1000 Motorräder an einem Sonntag im Kerspetal

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Am Wochenende sind zahlreiche Motorradfahrer auf der Kreisstraße 3 unterwegs.

Kierspe - Die Zahl klingt fast unglaublich: Deutlich mehr als 1000 Motorrädern wurde am 25. September die Durchfahrt durch das Kerspetal verweigert.

Möglich war dies, weil die Straße an diesem Tag für alle motorisierten Fahrzeuge zwischen Bruch und Mühlenschmidthausen gesperrt war, um eine Gefährdung der Teilnehmer eines CVJM-Sponsorenlaufs zu verhindern.

Das Sachgebiet Ordnung hatte die Sperrung genutzt, um ein drittes Mal die Motorradfahrer in diesem Bereich zu zählen. „Bei den beiden ersten Zählungen an Wochenendtagen waren es jeweils mehr als 500 Motorradfahrer, die auf der Kreisstraße 3 unterwegs waren“, sagt Sachgebietsleiter Oliver Knuf. Von den extrem hohen Zahlen an dem letzten Septembersonntag zeigt er sich überrascht, kann aber eine Erklärung liefern: „Viele Motorradfahrer haben Saisonkennzeichen, die ab Anfang Oktober ein Fahren nicht mehr erlauben. Deshalb haben an diesem Wochenende sicher viele das sehr gute Wetter genutzt, um noch einen Ausflug zu unternehmen.“

Geschwindigkeit auf K3 ermittelt

Neben den drei Verkehrszählungen wurde aber auch ein sogenanntes Seitenradar eingesetzt, um die Fahrzeuge nicht nur zu zählen, sondern auch deren Geschwindigkeit zu ermitteln. Wobei die Genauigkeit beim Zählen in Frage gestellt werden darf. „Das Gerät ist zwar in der Lage, Motorräder von Autos zu unterscheiden, verwechselt aber unter Umständen Fahrräder mit Motorrädern und sogar ein Pferd kann irrtümlich mitgezählt werden“, erklärt Knuf, der sich deshalb lieber auf die Zählungen vor Ort verlässt, an denen er sich selbst beteiligt hat.

Das Radargerät, das an verschiedenen Tagen Fahrzeuge in beide Richtungen gezählt hat, ermittelt dafür aber die Geschwindigkeit der passierenden Fahrzeuge recht genau. Demnach liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit in einem Bereich, in dem ein schnelleres Fahren möglich ist, bei rund 70 Kilometern pro Stunde. Knuf: „Wir hatten aber auch Ausreißer, die mit rund 100 km/h unterwegs waren.“

Mittlerweile sind die Zahlen mit einer Stellungnahme an den Märkischen Kreis gegangen, der letztlich darüber entscheiden muss, ob die Kreisstraße zwischen Bruch und Mühlenschmidthausen für Motorräder gesperrt werden kann. Diesen Wunsch äußern die Anwohner der Straße und dieses Vorhaben begleitet die Stadt „wohlwollend“, wie Knuf es formulierte.

Auswertung der Unfallzahlen und des Lärmgutachten

Bevor im Kreishaus allerdings eine Entscheidung getroffen werden kann, müssen auch die Unfallzahlen auf diesem Straßenabschnitt ausgewertet und ein Lärmgutachten in Augenschein genommen werden. Zu dem Gutachten konnte Knuf nichts sagen, doch die Unfallzahlen wurden dem Sachgebietsleiter mitgeteilt. „Dort gibt es keine Unfallhäufung und bei den verzeichneten Unfällen spielten Motorräder keine besondere Rolle“, erklärt Knuf.

 Trotzdem hat sich die Kiersper Stadtverwaltung aufgrund der hohen Motorradzahlen und der dadurch entstehenden Belästigung von Anwohnern und Erholungssuchenden für die Befürwortung eines Durchfahrverbotes ausgesprochen.

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