Kulturelle Vielfalt wird an der Gesamtschule gelebt

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Für einen Fototermin stehen die Abiturienten noch einmal zusammen auf der Bühne des PZ.

Kierspe  - Viele Reden, viel Beifall, Urkunden für besondere Leistungen der Schüler, Geschenke und Blumen für die Lehrer – nach einem umfangreichen Bühnenprogramm konnten am Freitagabend 97 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule das Abiturzeugnis entgegennehmen.

Den Auftakt zur Feier bildete ein ökumenischer Gottesdienst in der Kirche St. Josef. Geleitet wurde dieser von Pastor Gregor Myrda und Schulpfarrer Stefan Wilczewski – die Feier im PZ mit Gesangs- und Textbeiträgen gestalteten der Oberstufenchor unter Leitung von Katrin Wiegold und mehrere Abiturienten.

Eher augenzwinkernd bauten bei der Feier im PZ mehrere Redner das Abitur-Motto „Welcome to Fabulous Abi Vegas“ (Willkommen im berühmten Abi Vegas) in ihre Ansprachen ein. „Ihr hattet teils eine gute Hand, teils gut geblufft,“ meinte beispielsweise Beratungslehrer Christian Breidebach.

Schulleiter Johannes Heintges betonte das Anliegen der Gesamtschule, den Zusammenhang von „sozialer Herkunft und „sozialer Zukunft“ aufzubrechen. Von den 97 Abiturienten seien lediglich 16 mit einer Gymnasial-Empfehlung zur Gesamtschule gekommen, die Eltern von fast einem Drittel der Schüler hätten ihre Wurzeln außerhalb von Deutschland, sie stammten aus „mindestens“ zwölf verschiedenen Nationen. Die Startbedingungen seien für viele also eher ungünstig gewesen, ihre Erfolge könnten sich dagegen sehen lassen: Am Ende hatten immerhin zwölf Mädchen und drei Jungen eine Eins vor dem Komma.

Abiturfeier der Gesamtschule Kierspe

Heintges bescheinigte seinen Schülern Integrität und soziale Kompetenz. „Zusammenhalt, Gemeinschaft, Solidarität, ein gutes Miteinander bei allen Differenzen – diese Merkmale eures Jahrgangs gehören zu den wichtigsten Lernzielen unserer Schule,“ kulturelle Vielfalt sei hier „selbstverständlich“. An dieser Stelle verwies Heintges auf die großen gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte. 

Diese seien längst nicht von allen gewollt: Wenn es nach den Bürgern gehe, „die sich für die besseren Deutschen halten“, dürften die Schüler mit Migrationshintergrund „nicht nur nicht unsere Nachbarn sein, sondern gar nicht erst unsere Schüler. Der halbe Jahrgang wäre verschwunden, für uns unvorstellbar.“ Auch die Abiturienten trügen Verantwortung dafür, dass solche Tendenzen sich nicht durchsetzen könnten: „Wenn ihr nun die Schule verlasst, liegt es auch an euch, dafür zu sorgen, dass wir ein liberales, weltoffenes, tolerantes und multikulturelles Land bleiben, so wie ihr es hier an der Schule kennengelernt habt.“

Diese Haltung könne man auch in Kierspe leben. Marie-Luise Linde, die als stellvertretende Bürgermeisterin im Namen der Stadt gratulierte, wünschte sich jedenfalls, dass viele Schüler nach dem Studium zurückkommen würden.

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