Zehn Chöre aus dem Volmetal bilden einen Projektchor

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Susanne Thomas vom Kulturbüro Süd-Westfalen, Birgit Claus vom Vocalensemble Vivendi und David Babin, Kulturmanager der Region „Oben an der Volme“, beim Treffer aller Chöre aus dem oberen Volmetal.

Kierspe - Viele Chöre in der Region, auch im oberen Volmetal, kennen das Problem: Viele ihrer Sänger gehören einem älteren Semester an. Zukunftsfähig sind die wenigsten Gesangsgruppen.

Um eine Lösung zu finden, trafen sich am Donnerstagabend auf Einladung von Birgit Claus vom Vocalensemble Vivendi nicht nur die Vertreter aller Chöre aus dem oberen Volmetal, sondern auch der Kulturmanager der Region „Oben an der Volme“ David Babin sowie Susanne Thomas aus dem Kulturbüro Süd-Westfalen im Kiersper Kreativ-Zentrum.

Bei dem treffen wurden die Weichen für ein neues Projekt, die Vernetzung aller Chöre der vier Volmekommunen und die Entstehung eines Auswahlchores aus allen bestehenden Chören, gestellt.

Chöre waren der Einladung von Claus gefolgt. Miteinander diskutierten sie  und suchten Ideen, dem derzeitigen Trend entgegen zu wirken. Vernetzung war das Zauberwort, das helfen soll. „Damit unsere Chorlandschaft von derzeit fast 40 Chören belebt wird, müssen wir versuchen, neue Wege zu gehen“, begann Birgit Claus ihr Projekt vorzustellen.

Plattform soll Chöre bei der Vernetzung unterstützen

„Ich stelle mir eine Plattform für Chöre vor, auf die jeder Sänger schauen kann.“ Das könnte in der Form geschehen, dass auf dieser Plattform Sänger für ein einzelnes Projekt, wie zum Beispiel den „Lobgesang“ gesucht werden. Fühlen sich Sänger von diesem Projekt angesprochen, können sie sich mit dem Chor in Verbindung setzen. Auf diese Art können Sänger angesprochen werden, die dieses Chorwerk schon einmal gesungen haben. Sie können so mit ihrem Können andere Chöre unterstützen.

Hans-Peter Drews vom MGV Volmequelle Scherl konnte hier von positiven Erfahrungen berichten. „Wir proben derzeit Beatles-Lieder und zu uns sind Sänger gekommen, gerade wegen dieser Liedauswahl“, betonte er.

Der althergebrachte Chor ist ein Auslaufmodell

„Der Chor, wie es ihn den vergangenen 150 Jahren gab, ist ein Auslaufmodell“, so Birgit Claus. „Projekte sind angesagt. Projekte sind endlich und das ist für viele ein Vorteil.“ Doch nicht nur das, wird sich ändern müssen. Angelika Wagner vom Valberter Chor Reine Frauensache sagte: „Das ist nur zu erreichen, wenn man vom Liedgut her etwas Knackiges singt.“ Sie berichtete von der Erfolgsgeschichte des eigenen Chores, der nun statt 14 volksliedersingenden Frauen 33 Sängerinnen im Alter von 14 bis 88 Jahren zählt.

Susanne Thomas vom Kulturbüro Süd-Westfalen gab zu bedenken, dass alle Vereine Nachwuchssorgen haben, nicht nur Chöre. Auch die Vorstände zu besetzen, gestaltet sich immer schwieriger. „Das rote Tuch ist für viele Menschen, sich im Verein zu engagieren“, sagte Thomas. „Die Menschen heute engagieren sich anders.“

Nach einer ausgiebigen Diskussion einigten sich die Vertreter der zehn Chöre einen Chor zu bilden, der erfolgreich am Meisterchorsingen teilnehmen soll. Die erste Chorstunde dieses Projektchores findet am Sonntag, 5. Juni, von 14.30 bis 17 Uhr im katholischen Gemeindehaus in Kierspe, Glockenweg 4, statt. Die nächste Probe steht dann am Sonntag, 10. Juli, von 14.30 bis 17 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum in Meinerzhagen, Inselweg 1, an.

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