Malkurs für junge Flüchtlinge

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Genauso wie die Kinder hat auch Sabine Kramer sichtlich Spaß an der künstlerischen Arbeit.

Kierspe - Auf den Tischen liegen bereits große Portraitfotos der kleinen Künstler, die nach und nach in der Malschule von Sabine Kramer in Mühlenschmidthausen eintreffen. Heute sollen sie die Fotos verfremden. Und aus der Fremde sind die jungen Maler nach Kierspe gekommen.

Der Malkurs, der einmal wöchentlich in dem alten Gehöft stattfindet, wird ausschließlich von Flüchtlingskindern besucht. Organisiert vom Verein „Menschen helfen“ und finanziell unterstützt vom Land NRW und der Initiative „Oben an der Volme“ können acht Kinder aus Syrien und Ghana fünfmal für zwei Stunden in das Atelier kommen, um dort zu malen. Action-Painting-Arbeiten, Tierbilder und eben das Verfremden des eigenen Portraits standen bislang auf dem Plan.

„Wenn Worte fehlen, dann sprechen Bilder“

„Am Anfang sollten die Kinder ihren eigenen Namen malen. Denn mit den deutschen Sprache hapert es manchmal noch bei einigen. Aber wenn Worte fehlen, dann sprechen Bilder“, erklärt Kramer, die in dieser Woche von Renate Bonzol unterstützt wird.

Mit Begeisterung sind die jungen Künstler bei der Sache.

Keine schlechte Idee, denn die jungen Künstler haben nach den ersten Terminen in Mühlenschmidthausen jede Scheu verloren. Nach 20 Minuten können sie sich nicht mehr aus die Aufgabe konzentrieren, greifen lieber zum bereitstehenden Obst, streicheln die beiden Hunde Paula und Lou oder laufen im weitläufigen Garten des alten Hauses umher. Damit ist klar, dass eines der Ziele des Kurses, die Stärkung des Selbstwertgefühls, bereits erreicht ist.

Danach geht es wieder an die Tische, wo Haare lila, Zähne blau und Augen weiß eingefärbt werden. „Eine 14-jährige Syrerin ist so gut, dass ich sie in eine der anderen Malgruppen genommen habe, damit sie besser und ihrem Können entsprechend gefördert werden kann“, erzählt Kramer.

Ausstellung im November

Der Kursus gehört zu einem größeren kulturellen Angebot für Flüchtlinge. Für Erwachsene gab es bereits einen Malkurs mit anschließender Ausstellung und für Jugendliche einen Theaterworkshop. Und auch die Kleinen, die derzeit noch an dem Kurs teilnehmen, stellen ihre Bilder aus – am Sonntag, 13. November, von 13 bis 17 Uhr im Kreativzentrum.

Egal, was dann in den Räumen an der Kölner Straße hängen wird, für die Kinder ist der Kurs auf jeden Fall ein Erfolg. Denn andere Ziele, wie die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, das Ausdrücken von Gefühlen, die Förderung der Feinmotorik oder ein Ausbau der sozialen Fähigkeiten, wurden auf jeden Fall erreicht.

Möglich gemacht haben diesen Kurs aber nicht nur die genannten Gruppen und die Kiersper Künstlerin, sondern auch die Flüchtlingsbetreuer, die nicht nur den verschiedenen Familien als Ansprechpartner dienen, sondern auch den Fahrdienst nach Mühlenschmidthausen übernommen haben.

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