Die Zukunft des Dorfes als Gemeinschaftsaufgabe

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Karl-Friedrich Marcus (links), Chefplaner in Sachen dörflicher Zukunftsentwicklung, und Ortsbürgermeister Holger Scheel leiteten die Gesprächsrunde.

RÖNSAHL - Die Zukunft des Dorfes war am Mittwochabend Thema bei der ersten von mehreren dazu geplanten Gesprächsrunden in der Brennerei. Im Fokus stand insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung, so wie sie nach derzeitigem Stand für den Zeitraum von zunächst fünf oder zehn Jahren voraussehbar beziehungsweise beeinflussbar scheint.

Seit vielen Jahren nimmt Rönsahl erfolgreich auf Kreis- und Landesebene am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Federführend in Sachen Organisation und Vorbereitung war lange Zeit Horst Becker. Sein Nachfolger ist Karl-Friedrich Marcus. Der hatte nun zur ersten Gesprächsrunde am Mittwoch die in Rönsahl ansässigen Gewerbetreibenden zu einem Meinungsaustausch eingeladen.

In zwangloser Form, unterstützt wurde Marcus dabei durch Ortsbürgermeister Holger Scheel und Ortsheimatpfleger Ulrich Finke, ging es nur vordergründig um die grundsätzliche Frage, ob sich die Dorfgemeinschaft nun an dem im kommenden Jahr angesagten Wettbewerb auf Kreisebene beteiligen soll. Sowohl die erneute Teilnahme als auch eine „schöpferische Pause“ sind derzeit im Gespräch.

Vielmehr war allen am Thema Interessierten klar, dass ein erfolgversprechendes Mitmachen beim Wettbewerb nur auf der Basis eines in jeder Weise intakten Dorflebens funktionieren kann. Und eben diesbezüglich steht nach Ansicht von Beteiligten derzeit nicht alles zum Besten. So traten im Rahmen der Gesprächsrunde einige Bedenken hinsichtlich bereits bestehender Leerstände von Geschäftsräumen im Ort zutage. Zudem drohen in absehbarer Zeit weitere Geschäftsaufgaben, wenn sich für die aus Altersgründen ausscheidenden bisherigen Betreiber kein Nachfolger finden lässt. Damit in Zusammenhang stünde dann zwangsläufig der Verlust von weiteren Arbeitsplätzen und ein Stück weit auch der (noch) weitgehend intakten dörflichen Infrastruktur, wie die Runde erkannte.

Im Raum steht beispielsweise der Fortzug und möglicherweise der folgende Leerstand einer metallverarbeitenden Firma am Strandbadweg, auch sucht der Betreiber der Rönsahler Brauerei einen Nachfolger. Aber auch positive Dinge wie die passende Weiternutzung des Gebäudetraktes der ehemaligen Märkischen Werkstätten, die fortschreitende Renovierung eine ortsbildprägenden Gaststätte oder die geplante Eröffnung einer Garküche fanden Erwähnung.

Brauchen Unternehmen Hilfe, wie kann das Dorf helfen, was kann der Einzelne tun, um erfolgreich gegenzusteuern, welche konkreten Ideen gibt es für eine erfolgversprechende Perspektive für zumindest die nächsten fünf oder zehn Jahre? So lautete ein Teil der Fragen, die sich die Gesprächsrunde stellte, darauf zwar ad hoc keine konkreten Antworten bereit, aber durchaus erkannt hatte, dass ohne ein gewisses Maß an Idealismus wenig läuft.

Unterm Strich stand die Erkenntnis, dass das Dorf nur vorankommt, wenn alle gemeinsam in eine Richtung arbeiten. Kommunalpolitik, Vereine, nicht zuletzt auch die Dorfjugend, sollen in weiteren Gesprächsrunden vor und nach den Sommerferien in die Thematik eingebunden werden. Ziel ist zudem, einen Unternehmer-Stammtisch oder – besser noch – einen Runden Tisch zu installieren, der entsprechende Ideen entwickeln und deren Umsetzung begleiten kann.

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