Die Winzerei im eigenen Haus

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Über und über behangen mit schon jetzt leckeren Trauben sind die Zweige des Weinstocks der Familie Thobae. Im besonders günstigen Mikro-Klima unter der überdachten Terrasse gedeihen die Trauben besonders gut.

Rönsahl - „Eigner Herd ist Goldes wert“, so weiß man. „Eigner Wein aber auch.“ Das sagen zumindest Marlene und Manfred Thobae aus Rönsahl.

Ein vielsagendes Lächeln spielt um die Mundwinkel der Eheleute, die in der Ortslage Im Park ein schmuckes Eigenheim mit angegliedertem Ziergarten und integriertem Atrium bewohnen. Seit dem Eintritt ins Rentenalter bleibt den Beiden viel Zeit für ihr Hobby, und das ist nun einmal die Pflege von Haus und Garten. Beides geht in harmonischer Weise ineinander über.

„Unser Garten ist für uns erweiterter Wohnraum und das im wahrsten Sinne des Wortes“, sagen die Eheleute unisono. „Dabei nehmen wir das Wetter, wie es eben kommt. Denn auch ein regenreicher Sommer hat – wenn dabei die Temperaturen zumindest einigermaßen stimmen – durchaus seine positiven Seiten. Wie zum Beweis für diese Meinung deutet der Hausherr mit ausgestrecktem Arm auf die überdachte Terrasse hin, die das Wohnzimmer der Familie Thobae mit dem Garten verbindet.

Weit verzweigtes Geflecht aus Zweigen

Manfred Thobae.

Unter dem lichtdurchlässigen Terrassendach sorgt ein dicht verzweigtes Geflecht aus bis zu fingerdicken, hellgrün belaubten Zweigen, über und über behangen mit bereits goldgelblich gefärbten Trauben, für den besonderen Hingucker in diesem Bereich des Anwesens und spendet angenehmen Schatten bei allzu intensiver Sonneneinstrahlung. Der dazugehörige Weinstock wurzelt gleich nebenan an der mit weißen Steinen versehenen Hauswand. Er ist der ganze Stolz der Gartenliebhaber und hat – wie nahezu jede einzelne Pflanze hier – seine eigene Geschichte.

„Als wir vor 40 Jahren unser Haus gebaut haben und es anschließend auch um die Gestaltung des Gartens ging, da wünschten sich unsere Kinder eigene Pflanzen zur Pflege. Diesen Wunsch haben wir natürlich gern erfüllt“, erinnert sich der Vater. „So durfte unser Sohn Dirk einen veredelten Waldbeerstrauch pflanzen, und Uwe entschied sich für einen Weinstock.“ Beide haben – auch viele Jahre nachdem die Kinder aus dem Haus sind – bis heute überlebt. „Der Weinstock hat sogar eine vor rund 15 Jahren durchgeführte Verklinkerung der Fassade schadlos überstanden und ist uns seitdem besonders ans Herz gewachsen.“

Reichliche Ernte dank liebevoller Pflege

Das im Grunde wenig anspruchsvolle Gewächs überstand also nicht nur viele Sauerländer Winter, sondern dankte liebevolle Pflege im Laufe der Jahre mehrfach mit üppiger Traubentracht. Wie zur Bestätigung dessen blättert Manfred Thobae im eigens angelegten Album und berichtet davon, wie er und Freund Norbert zu Hobby- Winzern wurden, weil die reichlich vorhandenen Trauben natürlich zur Herbstzeit auch sachgemäß verarbeitet werden sollten.

Erstauflage noch etwas trocken

Beide machten sich kundig in Sachen Weinzubereitung, besorgten das für die Gärung notwendige Zubehör, und der technisch bewanderte Freund, von Beruf Maschinenbauer, baute sogar eine funktionierende Presse zur Gewinnung des Fruchtsaftes. „Zwar war die Erstauflage ein wenig trocken, aber dennoch haben wir den selbst gekelterten Wein schätzen gelernt und dementsprechend auch gern genossen“, sagt Winzer Manfred Thobae augenzwinkernd.

Die Vorfreude auf die, in den nächsten Wochen nun wieder anstehende Ernte, ist ihm deutlich anzumerken. Auch diesmal rechnen die Hobby- Winzer nämlich mit einer Traubenernte um die 50 Kilo. Das dürfte dann auch etliche Flaschen eigenen Weines ergeben, vorausgesetzt, dass die Herbstsonne noch einen Zuwachs an Süße und damit an Öchslegraden bringt, und dafür stehen die Chancen zur Zeit ja ganz gut.

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