Praktika für Flüchtlinge: Firmen zeigen Bereitschaft

Insgesamt fünf Flüchtlinge absolvierten im Mai ein einmonatiges Praktikum bei der Firma SuK Kunststofftechnik. Dabei kamen sie - entsprechend ihrer unterschiedlichen Vorbildung - in verschiedenen Bereichen zum Einsatz: Werkzeugbau, kaufmännischer Bereich, IT, Instandhaltung sowie als Werker in der Produktion. - Archivfotos: Rieder

Kierspe - Positive Folgen deuten sich für zwei der fünf Flüchtlinge an, die im Monat Mai ein einmonatiges Praktikum bei der Firma SuK Kunststofftechnik absolviert haben.

Dieses Praktikum umfasste drei Nachmittage pro Woche – auf diese Weise wurde ihre Teilnahme an den Integrationskursen nicht beeinträchtigt.

Für zwei der fünf Asylbewerber scheint es bei dem Kiersper Unternehmen nun wahrscheinlich erst einmal weiterzugehen.

„So wie es aussieht werden wohl zwei der Flüchtlinge für zwei bis vier Wochen ein ganztägiges Praktikum machen können“, teilt Sven Wieland, bei der Firma SuK Leiter Strategischer Einkauf/Logistik, auf MZ-Anfrage mit. „Eva Daeneke vom Arbeitskreis Flüchtlinge klärt gerade alle rechtlichen Rahmenbedingungen ab“, sagt Wieland, der ergänzt, dass die beiden Flüchtlinge anschließend möglicherweise die Chance auf eine Übernahme haben.

Solche positiven Entwicklungen wie in diesem Falle freuen auch Hans-Wilhelm Bothe, Sprecher des Arbeitskreises Arbeitsmarkt beim Verein Menschen helfen. Je mehr Erfolgsmeldungen es gebe, desto höher sei auch die Bereitschaft anderer Kiersper Firmen, weiß Bothe. Er hat davon erfahren, dass „drei bis vier weitere Unternehmen Bereitschaft signalisiert haben“ – darunter das Kunststoffverarbeitungs-Unternehmen Lahme, wo ein Flüchtling derzeit ein einwöchiges Praktikum absolviert.

Für eine positive Außenwirkung sorge auch die Mithilfe der Kiersper Stadtverwaltung, betont Hans-Wilhelm Bothe. Im Falle der fünf Asylbewerber, die im Mai ein Praktikum bei der Firma SuK gemacht haben, hatte die Stadtverwaltung sich um die bürokratischen Vorgänge gekümmert, also die Zustimmung von Ausländerbehörde und Arbeitsagentur eingeholt.

„Erst Ausbildung, dann in den Arbeitsmarkt“

Kritisch sieht Hans-Wilhelm Bothe hingegen das neue Integrationsgesetz, das am Freitag im Bundestag diskutiert wurde. „Es gibt Ansätze, aber es sind viel zu wenige“, meint er. „Davon, Ein-Euro-Jobs zu schaffen, halte ich nichts.“

Bothe ergänzt: „Wir versuchen, den Flüchtlingen klarzumachen, dass sie erst eine Ausbildung machen und dann in den Arbeitsmarkt einsteigen sollten. Damit hätten sie längerfristig eine Perspektive und auch der Arbeitsmarkt würde davon profitieren.“

100 000 Ein-Euro-Jobs

Teil des neuen Integrationsgesetzes, über das gestern im Bundestag debattiert wurde, ist auch ein Arbeitsmarktprogramm. Hierbei sollen 100 000 Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge geschaffen werden. Wie aus dem Gesetzentwurf hervorgeht ist das Ziel des Programms eine niedrigschwellige Heranführung an den Arbeitsmarkt.

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