Feuerwehrgerätehaus: Kostenspirale dreht sich

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So könnte das neue Feuerwehrgerätehaus an der Dr. Hans-Wernscheid-Straße zukünftig aussehen. Die Entwürfe des federführenden Planungsbüros kplan aus Siegen sehen jedoch deutlich höherer Kosten vor als im Haushalt der Stadt eingerechnet.

Kierspe - Eine gut gelungene Planung, so lautete das einstimmige Fazit der Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Bauen nach der Vorstellung der ersten Pläne für das neue Feuerwehrgerätehaus. Doch im Bezug auf die Kosten gibt es erheblichen Klärungsbedarf.

Bei einem Blick in die Entwurfsunterlagen fällt auf, dass die Kostenplanung des federführenden Planungsbüros kplan aus Siegen deutlich höher liegt, als die Stadt in ihrem Haushalt für die kommenden Jahre eingerechnet hat. Veranschlagt für den Bau an der Dr. Hans-Wernscheid-Straße, in dem die beiden innerstädtischen Löschzüge beheimatet sein sollen, hat die Stadtverwaltung bisher Gesamtkosten in Höhe von 3,7 Millionen Euro. Bereits in der Ausschusssitzung sprach Kämmerer Olaf Stelse davon, auf Grundlage der Planung durch das Siegener Büro auf grob gerechnete 3,9 Millionen Euro „nachjustieren“ zu müssen.

Unter dem Strich rechnet kplan jedoch mit einer Brutto-Gesamtsumme von 4,4 Millionen Euro. Darin enthalten sind Schätzungen zu den Kosten für das Bauwerk und die Baukonstruktion in Höhe von 1 538,645 Euro und 725 700 Euro für technische Anlagen im Gebäude sowie die nutzungsspezifische Ausstattung (unter anderem CO-Absaugung, Kompressor für Druckluft und Stiefelwaschanlage).

Zudem rechnet das Büro mit Kosten für die Außenanlage in Höhe von 405 000 Euro sowie für sonstige Ausstattungen wie Beschilderung und Feuerlöscher mit 7500 Euro. Die Baunebenkosten werden mit 17 Prozent der Gesamtbaukosten auf 463 600 Euro veranschlagt. Die Rechnung weist damit eine Zwischensumme von 3 796 100 Euro auf und würde damit grob im Haushaltsrahmen der Stadt liegen.

Hinter dem Fachmarktzentrum entlang der Heerstraße und der Dr. Hans-Wernscheid-Straße soll das neue Feuerwehrgerätehaus entstehen.

Jedoch sieht die Planung weitere Kosten vor. So rechnen die Planer mit Kosten in Höhe von 173 600 Euro für weitere nutzungsspezifische Technik (unter anderem elektronische Schließanlage, Atemschutzpflege,Schutzzeugpflege und Werkstattausstattung) sowie für die Außenanlage (Übungshof, Stellflächen für Container, Schrankenanlage Schiebetoranlage) von 92 800 Euro.

Für Mobilar, Spinde und Küche kommen 175 750 Euro hinzu, so dass das Büro zuzüglich Mehrwertsteuer auf eine Gesamtsumme von 4 411 760 Euro kommt. Doch damit nicht genug: Auch der Kauf des Grundstücks schlägt mit 200 000 Euro zu Buche.

Noch nicht absehbar oder nicht von den Planern errechenbar seien elementare Kosten für die Herrichtung und Erschließung des Grundstücks. Hierzu teilte Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter Bauverwaltung und Planung, mit, dass im Bezug auf das Fundament des Neubaus ein Bodengutachten in Auftrag gegeben worden sei, um die vorhandene Auffüllung zu prüfen beziehungsweise unter gutachterlicher Begleitung zu errichten.

Weitere Kosten für Genehmigungen, Altlasten und Versorgungsleitungen

Auch weist die Kostenrechnung aus Siegen unter anderem noch keine Kosten für wasserrechtliche Sondergenehmigungen, mögliche Altlastenbeseitigung und Versorgungsleitungen auf. Auch nicht enthalten sind Kosten für Lüftungsanlagen, Klimatisierung, zusätzliche Maßnahmen in der Außenanlage (etwa Videoüberwachung), Errichtung öffentlicher Verkehrsflächen (Ampel oder Kreisverkehr an Zu- und Ausfahrt für Einsätze), Drainagemaßnahmen und Kanalanschlussbeiträge.

Die Planer weisen zudem daraufhin, dass ihr Entwurf auf Grundlage von zurzeit am Markt gültigen Preisen ermittelt wurde. Je nach Zeitpunkt der Realisierung müssten die Kosten aktualisiert werden. Die Kostenspirale für die Stadt könnte sich weiter nach oben drehen. Kämmerer Stelse kündigte an, weitere Optionen mit der Feuerwehr durchzugehen und abzustimmen, auch hinsichtlich möglicher Eigenleistungen.

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