Neuer Lehrfilm des Höferhofer Instituts ist fertig

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Heidrun Wendel (Mitte), Cigdem Karaca (links) und Fidan Aritürk freuen sich über die Fertigstellung des Films.

Kierspe - Der neue Fernseh- und Lehrfilm „Wir sind alle Menschen“ des Höferhofer Instituts ist fertig. So heißt es in einer Pressemitteilung der in Kierspe ansässigen Einrichtung.

Produziert wurde der Dreiteiler im Rahmen des Projektes „Gewaltprävention und Integration – Im Austausch mit dem Fremden“ der Leiterin des Höferhofer Instituts, Heidrun Wendel. Am Freitag wurden die letzten Szenen in der Vierfach-Sporthalle der Gesamtschule mit Flüchtlingsmädchen der Fußball-AG gedreht.

Neben der Kiersper Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin waren an Film und Projekt im Rahmen ihres jeweiligen Praktikums auch die beiden Gesamtschülerinnen Larissa Theßmann und Cigdem Karaca beteiligt. Beide interviewten für den Film Flüchtlinge, die unter anderem aus Syrien, Albanien, der Türkei und Ruanda stammen. Sie stellten Fragen wie beispielsweise „Welche Bedeutung hat für dich deine Familie?“, „Was genießt du in deinem Leben?“, „Was sind deine Ziele im Leben?“ oder auch „Was ist für dich Freiheit?“.

Gedreht wurde der Dreiteiler von dem Meinerzhagener Holger Weyland für das Bürgerfernsehen „nrwision“. Unterstützt dabei von Praktikantin Fidan Aritürk, die in Siegen ein Literatur-, Kultur- und Medienstudium absolviert. Als Mitwirkende im Film tauchen unter anderem der Internist Dr. Thomas Schmidt aus Landsberg am Lech und die beiden albanischen jugendlichen Flüchtlinge Eralda Mahmutaj und Rexhart Mahmutaj auf.

Zum Inhalt des Projektes heißt es in der Pressemitteilung des Höferhofer Instituts unter anderem: „Täglich hören wir von gelungenen und nicht geglückten Fluchten von Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, um zu leben.“ Viele Flüchtlinge seien unbegleitete Kinder oder Jugendliche, wird betont.

„Einige sind verwundet, krank und/oder stark traumatisiert, das heißt, sie wurden selbst Opfer von Folter und Gewalt oder haben solche Erlebnisse beobachtet. Diese Menschen brauchen schnelle medizinische und psychologische Begleitung.“ Manche Jugendlichen oder jungen Erwachsenen drohe die Abschiebung, das erzeuge Ängste oder depressive Verstimmungen, wird erläutert.

„Hier helfen Menschen, die sie juristisch beraten/begleiten zu Verhandlungen und bei psychologischen Gutachten.“ Ansprechpartner zu sein, Gastfreundschaft zu praktizieren und dafür das Gefühl zu bekommen, etwas Sinnvolles zu tun, sei Motor für viele, die helfen. „Hauptamtliche Fachkräfte (Erzieher, Sozialarbeiter, Lehrer etc.) müssen die besonderen Herausforderungen in den Berufsalltag integrieren. Häufig bis an ihre eigene Belastungsgrenze.“

Auf der anderen Seite komme allerdings auch sozialer Neid auf. „Wenige, aber auffällige Bürger (zum Beispiel auf Demos) wollen mit den ,Neuen‘ und ,irgendwie Anderen‘ gar nichts zu tun haben.“ Sie haben Vorurteile und halten an Klischeevorstellungen fest, heißt es. Weltweite kämpferische Auseinadersetzungen würden dann in Wut sowie Hassgefühlen spürbar und „auf der Straße“ fortgeführt und Gewalt so manifestiert.

„Das Projekt will auf verschiedenen Ebenen (politisch, pädagogisch, psychologisch) greifen, unterschiedliche Zielgruppen ansprechen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Hauptamtliche/Ehrenamtliche, Interessierte) und zur langfristigen Gewaltprävention sowie Integration beitragen.“

Der erste Teil des Filmes ist bereits auf der Homepage von „nrwision“ sehen. Zudem wird der komplette Film im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung „Wo Worte nicht reichen – Geschlechtsbewusste gestaltpädagogische/-therapeutische Methoden für die Arbeit mit weiblichen und männlichen (Flüchtlings)-Kindern und -Jugendlichen“ in München (11. bis 13. Juli) gezeigt.

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