Ausschuss hofft auf die Mithilfe der Kiersper

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In kleiner Besetzung waren die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses zum Friedhof gekommen, um sich dort ein Bild von dem augenblicklichen Zustand zu machen. 

Kierspe - Der Kiersper Friedhof macht keinen zufriedenstellenden Eindruck. Freiflächen zwischen den Gräbern, mangelhafte Pflege der Grabstellen, sprießendes Unkraut auf den Wegen und eine veränderte Bestattungskultur machen die Suche nach neuen Konzepten notwendig. Aus diesem Grund schauten sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Bauen den Kiersper Friedhof am Büscherweg an.

Ob es am regnerischen Wetter oder am mangelnden Interesse für das Thema lag, wurde am Dienstag nicht klar. Klar ersichtlich war aber, dass von den 17 Mitgliedern des Ausschusses gerade einmal acht zu dem Ortstermin am Friedhof erschienen waren. Diese zeigten allerdings reges Interesse an der Thematik und machten gleich an Ort und Stelle den einen oder anderen Vorschlag, wie auf die weitere Entwicklung des Geländes positiv eingewirkt werden könnte. Die Freien Wähler hatten mit einem Antrag den Friedhof zum Thema gemacht und so letztlich für den Außentermin des Ausschusses gesorgt. Außerdem hatte die Verwaltung vorgeschlagen, eine neue Urnenwand aufstellen zu lassen, da die Kapazitätsgrenze der vorhandenen Anlagen bald erreicht sei.

Treffpunkt der Politiker war die neue Kapelle am Büscherweg und dort gab es von dem zuständigen Verwaltungsmitarbeiter Klaus Müller die ersten Informationen. „In den kommenden zwei bis drei Jahren muss das Schieferdach ersetzt werden, da die Eindeckung in keinem guten Zustand mehr ist. Wenn die Statik es zulässt, wäre dann auch ein Pfannendach denkbar, da dieses deutlich preiswerter ist. Ob das möglich ist, hängt aber von der Statik ab“, erklärte Müller. Er konnte zu den Kosten noch nicht viel sagen, ging aber von einem „hohen fünfstelligen Betrag“ aus. Einen neuen Fußbodenbelag im Eingangsbereich kündigte der Sachbearbeiter ebenfalls an.

Gleich am Eingang zum Friedhof gab es dann weitere Infos von dem Fachmann: „Seit wir keine glyphosathaltigen Pflanzenschutzmittel mehr verwenden dürfen, haben wir keine Chance mehr, wirksam gegen das Unkraut vorzugehen. Wir wollen deshalb die breiteren Wege asphaltieren und die schmalen Wege zwischen den Grabstellen begrünen. Ob das auch an den Handlagen möglich ist, ohne einen zu rutschigen Untergrund zu schaffen, wird sich zeigen.“

Viel Arbeit würden auch die Freiflächen zwischen den Grabstellen verursachen, da diese nicht mit dem Aufsitzmäher bearbeitet werden könnten, so Müller weiter, der dann bei den sogenannten „nichtanonymen“ Gräbern stehenblieb. Die Schalen, die von den Angehörigen auf den Gräbern abgestellt würden, machten den Friedhofsgärtnern viel Arbeit. „Das ist weder erlaubt noch gewünscht, wird aber trotzdem gemacht“, sagte der städtische Mitarbeiter.

Grundsätzlich sei man bemüht, den Friedhof in seiner Gesamtheit zu verkleinern. Auch denke man über neue Bestattungsmöglichkeiten nach, da mittlerweile mehr als die Hälfte aller Beerdigungen in Form von Urnenbeisetzungen erfolgen würden. So denke man auch darüber nach, neue Anlagen zu schaffen, auf denen dann beispielsweise auch Bäume wachsen könnten. Müller: „Wobei das nichts mit einem Friedwald zu tun hat.“ Dem Wunsch nach diesen Beisetzungen wolle man auch mit einer neuen Urnenwand nachkommen, die über 54 Kammern verfüge. Der Bau einer solchen Wand wurde dann auch von dem Ausschuss bei der anschließenden Sitzung im Rathaus beschlossen.

Dort verständigte man sich auch darauf, sowohl auf der Homepage der Stadt als auch per Brief den Kierspern die Möglichkeit zu geben, sich mit Vorschlägen zur Friedhofsgestaltung an die Verwaltung zu wenden. Diese Resonanz soll nun erst einmal abgewartet werden. Dann soll in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses beschlossen werden, ob zusätzlich eine Fachgruppe aus Mitgliedern der im Rat vertretenen Fraktionen gegründet werden soll, wie es die Freien Wähler in ihrem Antrag auch gefordert hatten.

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