Neue „Kollegin“ aus Frankreich

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Am Donnerstag kam Oriane Gaudin in Rönsahl bei ihrer Gastfamilie an. Gestern war ihr erster Tag in der MZ-Redaktion.

Kierspe - Knapp 630 Kilometer liegen zwischen Montigny-le-Bretonneux und Kierspe. Diese Entfernung hat in der vergangenen Woche Oriane Gaudin zurückgelegt, um die Partnerstadt an der Volme kennenzulernen und bei der Meinerzhagener Zeitung ein Praktikum zu absolvieren.

Seit Donnerstag wohnt die 18-Jährige bei ihrer Gastfamilie in Rönsahl. Gestern hatte sie ihren ersten Tag in der Redaktion. Von der Volmestadt habe sie noch nicht all zu viel sehen können. Doch bereits jetzt ist ihr ein großer Unterschied zu ihrer Heimat aufgefallen. „In Kierspe regnet es ein wenig mehr“, sagt die junge Französin und lacht dabei herzlich.

Trotz ihrer jungen Jahre wagte Oriane Gaudin den Schritt in die Fremde. Für vier Wochen ist sie im Sauerland zu Gast. „Natürlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde. Doch ich bin froh, diese neue Erfahrung machen zu können und die Welt zu sehen. Es macht mir zwar etwas Angst, alles alleine zu entdecken. Aber man muss es ja machen. Ich mag es sehr, neue Leute zu treffen und andere Länder zu sehen.“ Bereits in der 10. Klasse machte sie bei einem Schüleraustausch mit und verbrachte drei Monate bei einer Familie in Baden-Württemberg.

Der Weg in die Fremde ist für die junge Frau aber nicht ganz so unbekannt. Schließlich studiert sie bereits seit einem Jahr an der 20 Kilometer von Montigny entfernten Université Sorbonne Nouvelle in Paris Französische und Deutsche Literatur. Dabei wechselt sie zwischen den Studienorten Paris und Berlin. Da unter anderem auch europäische Politik zu den Studieninhalten gehört, lag es für sie nahe, ein Praktikum im Bereich Journalismus zu machen. Über das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), das sich im Rahmen des Austauschsprogramms darum kümmert, dass die jungen Teilnehmer in der Partnerstadt die Berufswelt erkunden können, kam Oriane Gaudin in die MZ-Redaktion.

Besuch des Schokoladen-Museums

Was sie an ihrem „Arbeitsplatz“ und in ihrer Heimat auf Zeit erwarten kann, davon hat sie noch keine Vorstellung. „Ich lasse einfach alles auf mich zukommen. Doch ich möchte unbedingt das Schokoladen-Museum in Köln besuchen.“ Erste Erfahrungen im Journalismus hat sie bereits in der 6. und 7. Klasse bei der Schülerzeitung an ihrem Gymnasium sammeln können. Dort hat sie auch die Unterschiede zwischen deutschen und französischen Zeitungen kennengelernt. „Bei uns zuhause lesen nicht so viele Menschen Zeitung. Es gibt auch keine Abonnements wie in Deutschland, viele kaufen sie am Kiosk. Deshalb sind die Titelseiten unserer Zeitungen auch viel bunter“, erklärt Oriane Gaudin.

Ihren späteren beruflichen Werdegang hält sich die junge Austausch-Studentin noch offen. „Journalismus finde ich interessant. Ich könnte mir aber auch vorstellen, am Goethe-Institut zu arbeiten, um den Deutschen die französisches Kultur näherzubringen.“ Auch in ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit den „schönen Dingen des Lebens“.

Umweltschutz und Gleichberechtigung

Zu ihren Hobbys gehören Musik, Kino, TV-Serien und Lesen. Zudem spielt sie seit mehreren Jahren Klavier. Doch auch Soziales und Politisches liegen ihr am Herzen; sie beschäftigt sie deshalb auch mit Umweltschutz, Feminismus und Gleichberechtigung.

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