Katzensprung-Festival vom 15. bis 17. Juli auf Gut Haarbecke

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Der Kölner Christian Thimm (links) und der Halveraner Tomasz Lachmann bereiten das Katzensprung-Festival vor, das im Juli auf Gut Haarbecke stattfinden soll.

Kierspe - Der Begriff „Musikfestival“ trifft das, was Mitte Juli auf Gut Haarbecke stattfinden soll, wohl nur zum Teil. Das Katzensprung-Festival, 15. bis 17. Juli, soll Musik, Kunst, Umweltschutz und Nachhaltigkeit vereinen.

Was unvereinbar klingt, ist in der Szene etabliert. Nur so ist wohl zu erklären, dass bereits jetzt rund 1500 Karten verkauft wurden – zum Stückpreis von immerhin 70 Euro.

Bei Kaffee und Tee sitzen Tomasz Lachmann und Christian Thimm auf der Terrasse von Gut Voswinkel, wo Lachmann lebt, in Halver. Die beiden planen das Festival gemeinsam – wenn auch die Federführung bei Thimm liegt.

In der Szene – wie die beiden sagen – ist dieser kein Unbekannter. Ursprünglich aus dem Marketing und dem Vertrieb kommend, hat sich Thimm in der Club-Szene seiner Heimatstadt Köln längst einen Namen als Veranstalter gemacht. „Mein Wunsch ist es aber bereits seit vielen Jahren eine Veranstaltung auf der grünen Wiese zu organisieren“, erzählt Thimm.

Auf der Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort habe er sich lange in der Eifel umgeschaut. „Erst als ich die Suche ausgedehnt habe, bin ich eher zufällig auf Gut Haarbecke gestoßen“, erzählt der Veranstalter. Irgendwann in dieser Zeit hat er auch Tomasz Lachmann getroffen, der als Kulturveranstalter tätig ist, wobei er bislang eher Partys, Konzerte und Ausstellungen auf die Beine gestellt hat.

Bei 2500 verkauften Karten ist eine Grenze erreicht

Mit einem Festival dieser Größenordnung haben die beiden bislang wenig Erfahrung – sicher auch ein Grund, warum sie die Kapazität des Gutes nicht ausreizen wollen. Thimm: „Bei 2500 verkauften Karten ist Schluss. Wir müssen uns sicher sein, dass wir das auch händeln können.“ Beim Verkauf haben die beiden eine bestimmte Zielgruppe vor Augen. Die Karten werden Käufern angeboten, die älter als 21 Jahre sind.

„Die Auswertung der bislang verkauften Karten zeigt, dass die meisten Tickets von Leuten im Alter zwischen 27 und 35 Jahren gekauft werden, danach kommen die Älteren und dann erst die Unter-27-Jährigen, wobei uns Familien auch willkommen sind und die Kinder freien Eintritt haben“, erklärt Thimm, der betont, das bislang auf diesem Weg 70 Kinder angemeldet wurden.

Bereits Bestellung aus London für 15 Karten

Kartenbestellungen kommen aus dem ganzen Land und auch aus dem benachbarten Ausland. Thimm: „Gerade kam erst eine Bestellung von 15 Karten aus London.“ Zufällig ist das Interesse auch bei weiter entfernt wohnenden Freunden der angebotenen Musik wohl nicht. So erklärt der Veranstalter, dass ähnlich gelagerte Festivals bislang eher am Rande der Republik stattfänden. Daher auch der Name Katzensprung. Thimm: „Da wir zentral liegen, ist es von überall nur ein Katzensprung zu uns.“

Und diesen sollten die Besucher möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Lachmann: „Wir wollen entweder vom Bahnhof Meinerzhagen oder vom Bahnhof Marienheide Busshuttle einsetzen.“ Dabei soll der Umweltschutzgedanke aber nicht enden. So plant man Preisnachlässe beim Essensverkauf, wenn die Besucher Mehrweggeschirr mitbringen, es soll Komposttoiletten geben und die Lebensmittel für die Aufbauhelfer werden vor Ort gekauft.

Kleines Fest für Aufbauhelfer und Einheimische

Dabei dürften einige Kilo zusammenkommen, denn nach Aussagen der Veranstalter kommen rund 150 Helfer bereits zwei Wochen vor dem Festival nach Rönsahl, um die vier Spielorte und alle anderen notwendigen Einrichtungen aufzubauen. Bereits jetzt würden rund 100 Künstler, Architekten, Designer und Szenografen (früher schlicht Bühnenbildner genannt) in ihren heimischen Werkstätten arbeiten.

All das, damit rund 50 Künstler und DJs während des dreitägigen Festivals mit Indie, Global Pop und elektrischer Musik unterhalten können. Die Rönsahler und Kiersper sollten sich den 14. Juli merken. Denn an diesem Tag vor dem Festival-Start soll es ein kleines Fest für die Aufbauhelfer, die „Frühanreiser“ und die Einheimischen geben. Lachmann: „Dann zeigen wir unter anderem den Film ,Sound of Heimat’ und eventuell tritt ein heimischer Männerchor auf.“ Den Film hat ein neuseeländischer Filmemacher produziert, der herausfinden möchte, warum die Deutschen ein stark gespanntes Verhältnis zur eigenen Folklore und Volksmusik haben.

Veranstalter wollen innerhalb des Bebauungsplans belieben

In der Planungsphase des Festivals hatte es große Bedenken bei den Mitgliedern des Bauausschusses gegeben, da sowohl die Festivalzeiten ausgedehnt werden sollten als auch die Flächen, die für Veranstaltungen vorgesehen sind. Mittlerweile hat der Veranstalter aber zugesagt, innerhalb der Grenzen und Zeiten zu bleiben, die innerhalb des Bebauungsplanes liegen.

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