173 Kilogramm Mehl und jede Menge Leidenschaft

Wie ein Nagel geschmiedet wird, erfuhren die Besucher am Montag von den ehrenamtlichen Experten im Schleipe Hammer.

Kierspe - Seit 1997 finden bundesweit traditionell die Deutschen Mühlentage am Pfingstmontag statt. An diesem Tag laden bundesweit mehrere hundert Mühlen zu Besichtigungen und Führungen ein. Während es 1997 noch 713 Mühlen waren, die geöffnet hatten, so belief sich die Anzahl der Mühlen in diesem Jahr insgesamt auf 1900 Mühlen.

„Es klappert die Mühle....“ hieß es Pfingstmontag auch in Kierspe. Zwei Mühlen liegen auf dem Stadtgebiet, die Rhader Mühle sowie der Schleiper Hammer.

Früh begannen für das Brotbackteam der Rhader Mühle Annette Zacharias, Stefan Thimm und Heike Lenz die Vorbereitungen für den Mühlentag. Bereits am Donnerstag setzte Annette Zacharias den Sauerteig für die Brote an und am Pfingstsonntag fuhr sie vier Mal in die Mühle, um den Ofen vorzuheizen. Pfingstmontag stand dann die gesamte Mannschaft bereits um 6.45 Uhr einsatzbereit in der Mühle.

Karin Derksen, die bis zu diesem Jahr das Backteam geleitet hatte, unterstützte die Neuen Pfingstmontag noch einmal. Denn es gab viel zu tun. Aus 53 Kilogramm Mehl wurden Roggenmischbrote angerührt, die letztendlich 65 Brote ergaben. Aus weiteren 60 Kilogramm Mehl wurden 75 Weizenmischbrote angesetzt, die nach dem Vermengen mit Wasser, Salz, Mehl, Hefe und beim Roggenbrot auch Sauerteig, erst einmal gehen mussten. Die Zeit des Ruhen nutzten die vier Bäcker, um miteinander gemütlich zu frühstücken. War der Ofen heiß genug und die Brote gut aufgegangen, kam der erste Schwung von 75 Broten in den Ofen und konnte fertig gebacken werden. Zeit wurde es, die ersten Besucher standen schon an der Tür, um sich eines dieser Brote zu sichern.

Drängende Fülle herrschte zur gleichen Zeit im Schleipe Hammer. Eine Gruppe des Vereins für Landschaft und Geschichte aus Odenthal drängte in die Mühle. Eine Mühlenbesichtigungstour unternahmen sie, bei der unter anderem der Schleipe Hammer und später noch die Knochenmühle in Mühlhofe auf dem Programm standen.

Finn aus Kierspe interessierte sich währenddessen sehr für die Arbeitsweise der Schmiede und durfte unter der Anleitung von Karl-Heinz Kraus einen Nagel schmieden. Der Arbeitsgang begann für ihn mit dem Einzeichnen der Länge des Nagels auf einer langen Eisenstange, seinem Abtrennen und sodann dem Drehen in einer Schraubzwinge. Alsdann wurde das nunmehr kleine Eisenstück ins Feuer gelegt, um schmiedefähig zu werden. Karl-Heinz Kraus schmiedete an einem großen Hammer schon etwas vor, die Feinarbeiten durfte Finn sodann mit einem kleineren Hammer selbst machen. Während im Untergeschoss geschmiedet wurde, wurde im Obergeschoss geschmolzen. Hier zeigte Walter Probst vom Heimatverein den Besuchern, wie aus Bakelitgranulat Eierbecher oder Dosen gepresst wurden. Für Hungrige hatte der Heimatverein auch vorgesorgt. Erbsensuppe und Kuchen rundeten das Angebot ab.

Von Gertrud Goldbach

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