Freude und Abschiedsschmerz: Tränen zum Abschied an der GSK

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Einen Arm voller Rosen schenkten die Schülerinnen und Schüler ihrer Abteilungslehrerin Sigrun Wolf zum Abschied.

Kierspe - Ein großer Bahnhof erwartete Sigrun Wolf an ihrem letzten Arbeitstag an der Gesamtschule. Fast 43 Jahre hatte sie dort unterrichtet und die, die mit ihr zu tun gehabt haben, hatten sich zu einem langen Spalier auf dem Schulhof aufgestellt.

Da standen Schüler aber auch Kollegen. Die Verwaltung hatte sich von ihrem Schreibtisch losgeeist und wollte beim großen Augenblick für Sigrun Wolf dabei sein. Hin- und hergerissen zwischen Freude und Abschiedsschmerz war Sigrun Wolf. Während die vorderen Schüler sie mit bunten Luftballons begrüßten, wurden ihr von der folgenden Gruppe Rosen überreicht. Noch etwas weiter wurde sie in unzählige lustig tanzende Seifenblasen eingehüllt, während die Europaklasse mit bunten Landesfähnchen ihr zuwinkte. Freudentränen oder Abschiedstränen, so recht waren sie nicht zu unterscheiden, die Sigrun Wolf übermannten, doch die Abschiedsüberraschung für sie war noch nicht zu Ende. Im Eingangsbereich der Gesamtschule hatten die Bläserklassen Aufstellung genommen und brachten ihr ein Ständchen.

Rund vier Jahrzehnte war Sigrun Wolf Lehrerin an der Gesamtschule. Lange bleiben wollte sie nicht, als sie am 1. Februar 1974 dort angefangen hatte. Es waren die Schule und die Kollegen, die sie faszinierten und sie nicht wieder weggehen ließen. Als sie in Kierspe begann, wurde sie gleich Klassenlehrerin einer älteren Klasse. Deutsch und Gesellschaftslehre unterrichtete sie.

„Gesellschaftslehre war damals eine Herausforderung für mich“, erinnerte sich Sigrun Wolf. „Anfangs gab es noch keine Schulbücher für dieses Fach.“ In der Folgezeit wurde sie Beratungslehrerin, war tätig im Landesinstitut in Soest, Moderatorin bei der Bezirksregierung und zum Schluss 14 Jahre Abteilungslehrerin. Geändert hat sich viel in ihrer Dienstzeit. „Wir hatten anfangs Noten von 1 bis 8. Das Stundenraster veränderte sich von 60 Minuten auf 45 Minuten und ist jetzt wieder bei 60 Minuten.“ Schweren Herzens geht Sigrun Wolf in den Ruhestand, zu gerne war sie Lehrerin an der Gesamtschule.

Drei Lehrer verlassen insgesamt die Gesamtschule

Mit Sigrun Wolf verließen Anneli Sponheuer und Johannes Koch die Gesamtschule. Auch Anneli Sponheuer war sehr lange an der Gesamtschule. Zum 1. September 1976 hatte die gebürtige Essenerin dort angefangen. Ihre Fächer waren Mathematik, Physik, Naturwissenschaften als Schwerpunktklasse sowie Physik/Technik. Anneli Sponheuer war die ganze Zeit hindurch Klassenlehrerin, weitere Aufgaben übernahm sie nur punktuell. Sie war Gleichstellungsbeauftragte sowie Beratungslehrerin, jedoch nicht lange. Anneli Sponheuer geht mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Auf das Ungebundensein, darauf freue ich mich jetzt“, gestand sie mit Blick auf die vor ihr liegenden Jahre.

Johannes Koch hat es aus Neuwied nach Kierspe verschlagen. Nach seinem Studium in Bonn machte er sein Referendariat in Derschlag. Johannes Koch: „Mit meiner Ausbildung als Grund- und Hauptschullehrer war es damals kaum möglich, eine Anstellung zu bekommen. Zur Gesamtschule wollte damals niemand. So kam es, dass ich dort kurzfristig eine Stelle bekam.“ Seine Schwerpunkte waren die Fächer Musik und Religion. Zusammen mit seiner Entlassungsurkunde bekommt Johannes Koch auch eine Urkunde anlässlich seines 40-jährigen Dienstjubiläums.

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