Landfrauen absolvieren Kettensägen-Führerschein

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Standgas, Choke: Sämtliche Handgriffe wurden solange geübt, bis jeder Teilnehmer seine Maschine sicher bedienen konnte.

Kierspe - „Selbst ist die Frau!“ Das gilt auch für viele Arbeiten in Wald und Garten, die die jungen Landfrauen bis jetzt notgedrungen ihren Männern überlassen mussten. Brennholz herrichten zum Beispiel, Hecken beschneiden und alle weiteren Aktivitäten, die den Einsatz einer Kettensäge erfordern. Das wird sich ab sofort ändern, am Wochenende erwarben sieben Landfrauen den Kettensägenführerschein.

Voraussetzung dafür sei ein Kurs, der an zwei Tagen jeweils acht Unterrichtsstunden umfasse, erläuterte Kursleiter Ralf Ommer. Der Forstwirtschaftsmeister aus Marienheide gibt regelmäßig Kurse für Privatleute, ein Frauenkurs war aber auch für ihn eine Premiere. Allerdings waren die Landfrauen nicht so ganz unter sich: Zwei Frauen brachten ihre Männer mit und Ralf Ommer hatte Unterstützung von zwei Kollegen.

Die Kursbescheinigung sei bei Arbeiten auf dem eigenen Gelände nur dann nötig, wenn man zum Beispiel Brennholz verkaufe, wusste eine der Frauen. Den theoretischen Teil hatte der Kurs in der Scheune des Ferienhofs Gelzhäuser auf Belkenscheid absolviert, für die praktischen Übungen stellte Familie Gelzhäuser ihren Wald rund um den Hof zur Verfügung.

In langer Kolonne fuhren die Frauen in den Wald, von Fahrgemeinschaften hielt Ralf Ommer in diesem Zusammenhang nichts. „Je mehr Autos, um so besser die Absperrung,“ meinte er lapidar. Er sperrte den Weg zwar mit einem Verbotsschild und Flatterband ab, aber erfahrungsgemäß ließen viele Passanten sich dadurch nicht abhalten. Die Ausrüstung hatten die Teilnehmer selber mitgebracht: Zur vorgeschriebenen PSA (persönliche Schutzausrüstung) gehören Schnittschutzkleidung, Stiefel, Helm, Schutzbrille und Arbeitshandschuhe. Bei den Kettensägen hatten die Frauen zu kleineren Modellen gegriffen als die Männer. Das sei schlicht eine Frage der Körperkraft, erläuterte Ommer.

In seinen Kursen vermittelt er die nötigen Fertigkeiten für „leichte“ Fällungen, etwa bei einzeln stehenden Bäumen. „Schwierigkeitsfällungen“ stehen nicht auf dem Programm. Aber Bäume fällen oder entasten wolle sie ohnehin nicht, meinte Magdalena Kremer. Die meisten Frauen hätten zuhause einen Kamin, es gehe ihnen eher darum, Brennholz zu machen. Das allerdings will gelernt sein. Im ersten Durchgang mussten sämtliche Kursteilnehmer erst einmal zeigen, dass sie in der Lage waren die Kettensäge anzulassen und ruhig zu halten. Erst danach ging es ans eigentliche Sägen und Kerben schneiden.

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