Vier Wohnungen werden zu einer Kindertagesstätte

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In Zukunft ist das Gebäude über eine neue Treppe zu erreichen. Bei den Umbauarbeiten wurde auch ein Lift vorgesehen, damit der Höhenunterschied überwunden werden kann. Im Inneren gibt einen neuen Aufzug.

Kierspe - Wenn heute ein Kindergarten neu eröffnet wird, ist das eine kleine Sensation in Zeiten sinkender Kinderzahlen. In Kierspe wird es in Kürze soweit sein.

In einem Haus des Kiersper Bauvereins eröffnet das DRK eine Kindertageseinrichtung mit drei Gruppen für die Betreuung von Kindern im Alter unter und über drei Jahren.

Als sich vor einigen Jahren das DRK auf die Suche nach geeigneten Räumen für die neue Tagesstätte machte, war auch der Bauverein auf der Suche nach Mietern. Da passte es gut, dass die beiden zusammenfanden.

Vier Wohnung werden zu einer Kindertagesstätte. Helle freundliche Räume wurden geschaffen.

Im Erdgeschoss des Hauses Bachstraße 6 sollte die neue Einrichtung ihren Platz finden. Für den Bauverein bedeutete das nicht nur, im Erdgeschoss des Hauses vier Wohnungen mit einander zu verbinden, den Raum komplett umzubauen, zahlreiche Wände zu versetzen und ganze Pakete mit Rohrleitungen umzulegen, der Verein musste sich auch mit Bauvorschriften auseinandersetzen, die im normalen Wohnungsbau längst nicht so restriktiv sind.

Der Brandschutz stellte Anforderungen an Materialien und zusätzliche Rettungswege, die Türen mussten einen Klemmschutz bekommen, die Beleuchtung dem neuen Zweck angepasst und zum Schutz der darüber wohnenden Mieter eine spezielle Akustikdecke eingezogen werden. Doch diesen Mietern dürfte der Kinderlärm auch deutlich lieber sein, als der Krach, der nun über Monate von den Bauarbeiten ausging.

Neu: Treppe, Eingang, Lift und Aufzug

Das Gelände wurde aufgefüllt, damit aus den Wohnungsbalkonen eine neue Terrasse werden kann, die an das großzügige Außengelände grenzt.

Doch letztlich profitieren alle 24 verbleibenden Wohnungen und vor allem ihre Bewohner von den Umbauten, der im April begann. Denn das 1974 errichtete sechsstöckigen Gebäude bekommt nicht nur eine neue Außentreppe und einen Lift, mit dem diese überwunden werden kann, sondern auch einen komplett neuen Eingang und sogar ein Aufzug wird ersetzt. „Der wird dann so gebaut, dass auch Rollstuhlfahrer ihn nutzen können“, erklärt Janek Okulinski, Vorstand des Bauvereins.

Das ist für den Verein vor allem im Hinblick auf die Zukunft wichtig. Derzeit sind die Wohnungen noch nicht alters- und barrierefrei umgebaut, doch der neue Aufzug erleichtert es, entsprechende Anfragen zu berücksichtigen, die dann aber noch einen Umbau in der Wohnung nach sich ziehen würden.

Derzeit gibt es diese Überlegungen allerdings nicht. Denn auch so ist das Gebäude ausgelastet. Okulinski: „Wir haben derzeit nur eine freie Wohnung, doch für diese gibt es bereits Anfragen.“ Generell stellt sich die Lage im Bauverein – nicht zuletzt durch den Zuzug der Flüchtlinge – ausgesprochen gut dar. So erklärt der Vorstand, dass es gerade einmal einen Leerstand von zwei Prozent gebe – bezogen auf die 480 eigenen Wohnung und auch auf die Einheiten, die von dem Verein verwaltet werden.

Noch Plätze im U3-Bereich frei

Profitieren werden die Bewohner des Hauses und auch der Nachbargebäude, die ebenfalls dem Bauverein gehören, jedenfalls von der neuen Kindertagesstätte. Okulinski: „Es gibt auch im gleichen Haus Mieter, die ihre Kinder in die neue Einrichtung bringen werden.“ Vielleicht ist auch in der großen Wohnungsdichte in diesem Bereich der Grund zu suchen, dass bereits alle 25 Plätze für Kinder im Alter ab drei Jahren ausgebucht sind. Im U3-Bereich sind allerdings noch einige Plätze frei, für die das DRK noch Interessenten sucht.

Die Kinder finden in der Tagesstätte nicht nur komplett neue Räume vor, sondern auch ein großzügiges Außengelände. Dazu wurde das Areal angehoben, damit die Balkone der ehemaligen Erdgeschosswohnungen zu einer Terrasse umgebaut werden können. Der auf gleichem Niveau befindliche Bereich – rund 770 Quadratmeter – wird vom Bauverein vorbereitet und umzäunt, aber vom DRK mit Gerätschaften ausgerüstet.

Der Sandkasten, der sich für die Kinder der Mieter bislang dort befand, wird verschwinden. Dafür entsteht eine neue Anlage hinter dem Nachbarhaus – und die Mieter des Hauses Bachstraße 6 bekommen sogar einen eigenen Fußweg, um die Spielmöglichkeit samt Sitzgelegenheiten zu erreichen.

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