Freie Schule: Landwirtschaft wird greifbar

Stolz sind die Kinder der Klasse 3/4 der Freien Schule auf ihre Arbeit. Sie bewirtschaften auf dem Gelände der Freien Schule ein Feld. Später soll mit dem Ergebnis der Ernte gemeinsam gekocht werden.

Kierspe - Eigentlich sollte es nur für die Kinder der Klasse 3/4 der Freien Schule für einen Fototermin auf den "Acker" gehen. Doch noch bevor die Kleinen zum Gruppenbild stehen, wird schnell ein bisschen Unkraut gezupft.

Den Stolz auf ihr Projekt merkt man den Schülern an – und sie werden noch manche Stunde auf der eigenen Scholle verbringen. Ackerbau nennt sich die Epoche an der Freien Schule. Und in dieser Zeit, die nur einem Thema gehört, war die Landwirtschaft in den Fokus gerückt. In der Theorie beschäftigten sich die 17 Schüler samt Klassenlehrerin Pia Vogt mit dem Aufbau einer Pflanze, deren Wachstum, der Fotosynthese, ökologischem Landbau und Schädlingen.

Darüber hinaus erstellten die Kinder zu den Pflanzen, die sie später aussähen wollten, auch Steckbriefe und legten ein Ackerbautagebuch an. Natürlich wollten die Schüler ihr Wissen auch in der Praxis unter Beweis stellen – kein Problem auf dem großen Gelände der Freien Schule. Schnell wurde eine kleine Fläche zu Ackerland umgewandelt. Dort sollen nun Kartoffeln, Tobinambur, Erbsen, Möhren, Radieschen, Lauchzwiebeln, Zwiebeln, Kürbisse, Sonnenblumen, Tomaten, Rote Beete, Erdbeeren und verschiedene Salate wachsen.

Ein alter Zaun wurde zum Rankgitter. Die Schüler warten nun darauf, dass die Pflanzen dieses auch nutzen.

Die Vorzucht der Pflanzen geschah noch im Klassenraum, ab April wurde dann die Fläche vorbereitet. Danach konnte dann im Mai die Aussaat beziehungsweise das Umpflanzen erfolgen. Regelmäßig und mit Eifer wurde das Wachstum beobachtet und die kleinen Pflanzen gewässert.

Doch auch Rückschläge gehörten zu dem Projekt. Gerade einmal eine Woche waren die Kinder Ende Mai auf Klassenfahrt – doch als sie wiederkamen, war nichts mehr wie vorher. Wildtiere hatten sich einen Teil der Pflanzen schmecken lassen und das Unkraut hatte sich begünstigt durch den Regen so ausgebreitet, dass die Kinder ganz verzweifelt waren.

Regelmäßiges Unkrautzupfen gehört zur Arbeit der Schüler der Klasse 3/4 auf dem eigenen Feld.

„Wir haben uns zusammengesetzt und lange darüber gesprochen, was zu tun ist. Letztlich haben wir entschieden, einen Teil der Fläche aufzugeben, weil uns klar wurde, dass wir die gesamte Fläche nicht bewirtschaften können“, erinnert sich Pia Vogt.

Doch auch der erneute Einsatz hat sich gelohnt. Mittlerweile wurden die ersten Radieschen und Salate geerntet – lediglich bei den Erdbeeren war nicht viel zu holen. Da die Kinder die Küche der OGS im gleichen Gebäude nutzen können, ist geplant, weitere Ernten gemeinsam zu verarbeiten und das Gekochte auch gemeinsam zu essen.

Doch bis dahin werden die Kinder noch so manches Mal die Straßenschuhe gegen die Gummistiefel tauschen und auf ihren Acker gehen, um in Handarbeit ihre Pflanzen zu pflegen. Mancher Schüler ist so begeistert, dass er nun im heimischen Garten eigene Pflanzen ausgebracht hat, andere unterstützen die Eltern bei der Arbeit – und können diesen den einen oder anderen Tipp geben.

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