Louvrette sichert Entwicklung durch Kauf des Helit-Gebäudes

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Das Helit-Gebäude wurde von Louvrette gekauft. Bereits zum Ende des Jahres soll das Hochregallager genutzt werden. Eine Produktion an dem neuen Standort ist in naher Zukunft nicht geplant.

Kierspe - Die Straße vor dem Haus, neben und hinter dem Gebäude Wasserschutzgebiet und auf der einzig verbleibenden Seite ein Wiesengrundstück, das nicht zu erwerben ist. Keine guten Aussichten für den Kunststoffhersteller Louvrette.

Das Unternehmen hat durch einen Anbau in den vergangenen Jahren seine Produktions- und Bürofläche zwar um ein Drittel erweitern können, nun aber keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr auf dem eigenen Gelände. Da war die Möglichkeit, das Nachbargebäudes samt Grundstück kaufen zu können, wohl ein Glücksfall.

Bereits Ende des Jahres wollen die Kunststoffspezialisten das neu erworbene Helit-Gelände nutzen. „Ohne den Austausch von Spritzgießmaschinen hatten wir keine Möglichkeit, eine neue Maschine am eigenen Standort aufzustellen. Doch wenn jede Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, ausgeschlossen ist, kann das zu einem gefährlichen Zustand führen“, erklärt Louvrette-Geschäftsführer Fabian Erlhöfer. Als er erfuhr, dass das Helit-Gebäude samt Grundstück zum Verkauf angeboten wurde, zögerte er nicht lange.

Helit hatte bereits vor Jahren die eigene Produktion von Büro-Accessoires aufgegeben und seinen Zulieferern übertragen. Zuletzt wurde das großzügige Gebäude nur noch als Lager und zum Versand genutzt. Diese Aufgabe übernimmt nun eine Berliner Tochter des Konzern, zu dem auch Helit gehört.

In Zukunft werden die verbleibenden Helit-Mitarbeiter – vor allem Geschäftsleitung, Vertrieb und Marketing – Mieter im ehemals eigenen Gebäude (die MZ berichtete). „Helit mietet das komplette Büro-Gebäude von uns. Wir werden uns vor allem auf die Lager- und Produktionsfläche konzentrieren“, erklärt Erlhöfer.

28.000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft

Bisher sind die Verhältnisse noch umgekehrt und Louvrette mietet Lagerfläche und Parkplätze bei Helit an. Erlhöfer: „Wir planen, das Gebäude in der Zeit zwischen Beginn des vierten Quartals und Ende des Jahres zu beziehen. Geplant ist, dass wir das Hochregallager mit 4000 Stellplätzen sofort nutzen, eine Produktion ist derzeit dort noch nicht geplant.“ Doch Erlhöfer hat nicht nur überbaute Fläche in der Größe der eigenen Firma gekauft, sondern auch ein rund 28 000 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem weitere Anbauten möglich sind.

Nicht nur in der unmittelbaren Nachbarschaft hat Louvrette Geld investiert, sondern auch im Bereich Osnabrück. Denn dort hat die Firma Vallo & Vogler ihren Sitz. Louvrette arbeitet bereits seit mehr als zehn Jahren mit dem Spezialisten für Lackierungen und Metallisierungen zusammen und ist in den Jahren dessen größter Kunde geworden.

Louvrette  möchte Osnabrücker Unternehmen weiterentwickeln

Trotz des beständigen Partners im Sauerland ist der Betrieb in wirtschaftliche Schieflage gekommen und Ende des vergangenen Jahres in die Insolvenz geraten. Gemeinsam mit dem Unternehmen Roeser hat Louvrette Vallo & Vogler übernommen. „Wir sehen in dem Unternehmen eine sehr gute Ergänzung unserer bisherigen Produktpalette“, erklärt Erlhöfer, der aber auch nicht verschweigt, dass es Gründe für die Insolvenz gab, die nur durch eine Reduzierung der Mannschaft, eine Produktionssteigerung und die Vermeidung von Reklamationen in den Griff zu bekommen seien. Diesen Kurs habe aber bereits der Insolvenzverwalter eingeschlagen.

„Insbesondere durch das Einbringen unserer Vertriebs- und Marketingkompetenz können wir sicherlich unseren Beitrag zur weiteren guten Entwicklung leisten. Wir freuen uns, dass innerhalb weniger Monate eine gute Perspektive für Vallo & Vogler entwickelt und mit 96 von ehemals 156 ein Großteil der Arbeitsplätze gesichert werden konnte.“ Neben Kunden, die wie Louvrette Tigel und Flaschen für die Kosmetikindustrie herstellen, beliefert Vallo & Vogler die Automobilindustrie, Möbel- und auch Leuchtenhersteller.

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