Projektwoche an der  Pestalozzi- und Schanhollenschule

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Eine Woche lang hieß es für die Schüler der Schanhollenschule und Pestalozzischule im Rahmen der Projektwoche ihre Kompetenzen zu erweitern. Manche der Kinder wagten sich dabei an Akrobatik-Übungen.

Kierspe - Pestalozzischule und Schanhollenschule bilden zwar einen Verbund, ihr jeweils eigenes Profil haben sich beide Grundschulen aber bewahrt. Das wurde bei den Vorstellungen der Ergebnisse der Projektwoche deutlich, die an beiden Schulen zum Wochenende stattfanden.

Eine Woche lang fiel an der Schanhollenschule der reguläre Unterricht aus. Statt Rechtschreibung und Bruchrechnen standen Bodenturnen und Stadtgeschichte, Mikroskopieren und Theaterspiel auf dem Stundenplan. Die Projektwoche gehört zu den Höhepunkten im Schulkalender, am Freitagnachmittag zeigten die Kinder ihren Eltern, was sie in dieser Woche entdeckt, erforscht und geschaffen hatten.

Zwischen zehn Projekten konnten die Kinder wählen. Einer der Renner war die Koch-AG, in der international gekocht und gebrutzelt wurde. Weil die Gruppen nicht zu groß werden sollten, mussten einige Kinder auf ein anderes Projekt ausweichen, aber angesichts der großen Auswahl bearbeitete am Ende jeder ein Thema, das ihm lag.

Dabei fand ein Teil der Projektarbeit auch außerhalb der Schule statt. „Stadtdetektive“ waren unter der Leitung von Christian Schwanke vom Jugendzentrum Kierspe unterwegs (wir berichteten), Lehrerin Gudrun Barth besuchte mit den „Bienenforschern“ einen Imker. Der Clou dabei: Für jeden gab es Schutzkleidung in Kindergröße, so dass sich alle gefahrlos den Bienenstöcken nähern konnten. Am Ende trauten sich die Kinder sogar die Bienen zu streicheln.

Im Klassenzimmer ging das natürlich nicht. Dort hatte Imker Dieter Pickhardt einen Schaukasten und die nötigen Gerätschaften aufgebaut. Gleich daneben konnten die Kinder Bienen und Hummeln unter dem Mikroskop untersuchen – tote Tiere natürlich.

Kinder zeigen ganz neue Seiten

Während die Ballsport-Gruppe in der Sporthalle ein Eltern-Kinder-Turnier austrug und die Koch-AG auf dem Außengelände Stockbrote ins Feuer hielt, zeigte die Akrobatik-AG in der Eingangshalle die Choreographie, die sie im Laufe der Woche eingeübt hatte. Manche Eltern erlebten ihre Kinder vermutlich von einer ganz neuen Seite.

Darin lag nach Meinung von Konrektor Arne Freiberg auch der Sinn der Veranstaltung: „Bei der Projektwoche werden Kompetenzen gefragt jenseits von Mathe und Deutsch.“ Dabei verwies er auf die Trickfilm-AG. Diese Gruppe hatte mit Hilfe einer Digitalkamera in Stop-Motion-Technik kleine Filme erstellt und dazu auch das Drehbuch geschrieben und die Kulissen gebaut. Das Publikum sah zu den Klängen von „Bonanza“ Playmobil-Männchen im Saloon verschwinden und davor ihre Duelle austragen.

Projektwoche an Pestalozzi- und Schanhollenschule

Die Theater-AG hatte sich erneut mit den Namensgebern der Schule, den Schanhollen, beschäftigt. Den Hülloch-Bewohnern war ihre Magie abhanden gekommen und die brauchten sie dringend um halbwegs schmackhaftes Essen zu kochen. Die Eltern waren dieses Problem auf herkömmliche Art und Weise angegangen und hatten ganz normal zu Hause Kuchen gebacken. Der reichte für ein großes Kuchenbuffet im Forum des Grundschul-Gebäudes.

Pestalozzischule

Pestalozzi-Schul-Praktikant Mathes Dittmann war mit einigen Schülern an einem Geometrie-Projekt beteiligt.

Am Samstagvormittag war die Pestalozzischule an der Reihe. Auch dort waren die Projekte so unterschiedlich wie die Interessen der Schüler und Lehrer. Frei nach dem Motto „Aus alt mach neu“ hatte eine Gruppe ausrangierte Kinderstühle farbenfroh und individuell neu gestaltet. Die Ergebnisse waren echte Hingucker und animierten manche Eltern zum Nachmachen. Einige Stühle waren noch übrig, die konnten für kleines Geld käuflich erworben werden.

Muffins gab es bei der Koch-AG zu kaufen, eine Gruppe hatte die Schule verschönert, eine andere hatte Fotorahmen aus Materialien gestaltet, die einem dazu spontan nicht einfallen: Aus Legosteinen zusammengebaut, in Origami-Technik gefaltet oder mit Wolle umwickelt war jeder Rahmen ein echtes Unikat.

Die Kinder hatten in dieser Woche fürs Leben gelernt, das wurde bei der Projektvorstellung klar. Um das Angebot noch etwas auszuweiten, hatte die Schule sich engagierte „Experten“ von außerhalb dazu geholt. Eine Gruppe unter Anleitung von Kreativtherapeutin Regina Lehmann begab sich in die Welt der Kunst und nahm sich unterschiedliche Maler wie Jackson Pollock, Henri Rousseau und Vincent van Gogh zum Vorbild.

Journalist Volker Lübke war mit seiner „Redaktion“ eine Woche lang in der Schule unterwegs. Die Nachwuchs-Journalisten interviewten Schulsekretärin Kerstin Kobus, berichteten von den anderen Projekten und dachten sich zwischendurch auch selber Meldungen aus.

Pestalozzischüler suchen ihren Superstar

Großen Erfolg hatte „PSDS – Pestalozzi sucht den Superstar“. Der heimische Musiker Thorben Weber hatte mit den Grundschülern ein kleines Pop-Programm eingeübt und auch zwei Freunde mit ins Boot geholt. „Lieblingsmensch“ von Namika und die Filmmusik aus „Bibi und Tina“ waren genau nach dem Geschmack der Grundschüler. Bei der Aufführung hatten die Kinder deshalb nicht nur ein großes Publikum – die Aula war gut besucht – sondern auch Live-Musik. Mit Michael Vogt am Klavier und Florian Vogt am Cajon, ausgeleuchtet mit Discolicht, kam die Gruppe ihren Profi-Vorbildern schon ein ganzes Stück näher.

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