In Rönsahl rollt der Abrissbagger an

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Schon in der kommenden Woche sollen die Abrissbagger anrücken und Platz für Einfamilienhäuser schaffen.

Kierspe - Nach langen Monaten der Ungewissheit über den weiteren Verwendungszweck des leer stehenden Gebäudekomplexes in der Ortslage Vor dem Isern, in dem lange Jahre die Märkischen Werkstätten untergebracht waren, ist das Schicksal des ortsbildprägenden Gebäudes endgültig besiegelt.

Wie die Meinerzhagener Zeitung in Erfahrung brachte, kommt bereits in der kommenden Woche der Abrissbagger und damit unwiderruflich das endgültige Aus für das Gebäude, zumindest für die beiden vorderen und der Dorfseite zugewandten Flügel des ehemaligen Schul- und späteren Werkstattgebäudes.

Von der Abrissbirne verschont – so die Information seitens des Investors – bleibt indes der später angebaute dritte und gemessen an der Bausubstanz solideste Gebäudeteil. Dieser liegt direkt am unmittelbar benachbarten Gebäudeteil der Servatius-Grundschule. Für diesen ist eine angemessene Weiternutzung vorgesehen. Derzeit jedenfalls ist das gesamte ehemalige Werkstattgelände einschließlich des vorgelagerten großen asphaltierten Platzes bereits durch einen Bauzaun abgesperrt und darf somit nicht mehr betreten werden.

Hoffen auf neue Verwendung vergebens

In Rönsahl hatte man lange darauf gehofft, dass sich für den gesamten auch nach dem Auszug der Märkischen Werkstätten weiterhin im Besitz des Trägers, nämlich des Evangelischen Johanneswerkes in Bielefeld, befindlichen Komplexes ein adäquater Verwendungszweck finden ließe. Dies zumal auch deshalb, weil sich mit diesem Gebäudekomplex auch ein Stück der jüngeren Dorfgeschichte verbindet.

So erinnern sich manche Mitbürger noch gut daran, als mit der im Jahre 1952 erfolgten Grundsteinlegung und dem zwei Jahr später verwirklichten Umzug aus der Jahrhunderte alten ehemaligen Dorfschule in das neue Gebäude ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung ging, zumal auch einer der Schulräume für Zwecke der VHS-Arbeit in Rönsahl zur Verfügung stand.

Auch als in späteren Jahren die Rönsahler Grundschüler im Zuge der allgemeinen Entwicklung in der Pestalozzischule unterrichtet wurden, diente das Gebäude lange Zeit der Sonderschule Volmetal zu Unterrichtszwecken, bevor dann mit dem im Jahr 1980 erfolgten Einzug der Märkischen Werkstätten eine gravierende Umnutzung einherging, die wiederum weit mehr als drei Jahrzehnte andauerte.

Langwierige Investorensuche

Nach dem Auszug der Märkischen Werkstätten war sowohl an eine mögliche gewerbliche Weiternutzung gedacht als auch daran, nach entsprechend notwendigen Umbaumaßnahmen an dieser Stelle Raum für altersgerechtes Wohnen zu schaffen. Allerdings erwies sich die Suche nach einem Investor, der die Dinge in die Hand nehmen könnte, lange Zeit als schwierig, und je länger das Warten dauerte, umso mehr schwand die Aussicht darauf, diese Dinge realisieren zu können.

Mittlerweile hat sich zwar ein neuer privater Eigentümer für den gesamten Komplex gefunden, der jedoch nach reiflicher Überlegung und eingehender Prüfung der Sachlage zu der Auffassung gelangte, dass wie auch immer geartete Umbaumaßnahmen wesentlich zu kostenintensiv seien. Stattdessen sollen dort nun nach erfolgtem Abriss der alten Bausubstanz insgesamt neun Einfamilienhäuser in attraktiver und verkehrsmäßig bereits bestens erschlossener Wohnlage (sowohl von der Straße Vor dem Isern als auch von der Kreisstraße 2 gut zu erreichen) neu entstehen.

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