Raser-Unfälle: „Es wird immer wieder Unverbesserliche geben“

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Nicht immer bleibt ein Verkehrsunfall ohne schwerwiegendere Folgen, wie im Februar auf der Kölner Straße. Oft müssen die Polizeibeamten vor Ort neben hohem Sachschaden auch schwere Verletzungen zu Protokoll nehmen. Nicht selten spielt als Unfallursache nicht angepasstes Tempo eine Rolle.

Kierspe - Unangepasste Geschwindigkeit gilt als Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle. Alleine in Kierspe und Meinerzhagen krachte es deswegen im vergangenen Jahr 42 Mal. Doch dass es gerade in der Sommerzeit vermehrt zu solchen Unfällen kommt, dem widersprechen die Verkehrsexperten.

Glücklicherweise endet nicht jeder Verkehrsunfall mit einem Toten, wie 2015 auf der K 3 bei Bruch. Dort stürzte ein Motorradfahrer so schwer, dass er später an den Folgen des Unfalls verstarb. Doch auch schwere Verletzungen und hoher Sachschaden sind Dinge, die Polizisten regelmäßig zu Protokoll bringen müssen. „Es wird immer wieder Unverbesserliche geben“, muss auch Kreispolizeisprecher Dietmar Boronowski feststellen. „Solange es kein Umdenken bei manchen Verkehrsteilnehmern gibt, muss man akzeptieren, dass es solche Vorfälle gibt. Wir können ja nicht an jedem Wochenenden bestimmte Strecken einfach sperren.“

Reguläre und gezielte Kontrollen

Um das teilweise gefährliche Verkehrsverhalten und damit auch die vielen Unfallfolgen zu bekämpfen, führt die Polizei neben den regulären auch gezielte Schwerpunktkontrollen in Sachen Geschwindigkeit durch. So etwa auch in der vergangenen Woche in Hölterhaus. Dort gingen den Beamten gleich mehrere Verkehrssünder in Netz. Doch an den sommerlichen Temperaturen lag das mit Sicherheit nicht. „Wenn wir über 700 Fahrzeuge kontrollieren, dann sind rein rechnerisch immer rund zehn Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs. Die am Mittwoch gemessenen, erschreckenden Spitzenwerte sind da nur traurige Ausreißer“, erklärt der Polizeisprecher.

Bei der Festlegung der Kontrollorte hält sich die Polizeibehörde vor allem an die Auswertungen der Unfallkommission des Märkischen Kreises. Diese setzt sich aus Vertretern der Bezirksregierung, von Straßen.NRW, der Kreispolizeibehörde und der Straßenverkehrsbehörde des Kreises zusammen.

Unfallschwerpunkt in Kierspe

Sommerzeit gleich Raserei?: Auch der Leiter der Kommission Joachim Pieper kann diese landläufige Meinung nicht teilen: „Das ist eine Aussage, die wir statistisch nicht belegen können. Vielmehr verteilen sich die Vorkommnisse schwerer Verkehrsunfälle über das ganze Jahr.“

Insgesamt 18 „Unfallhäufigkeitsstellen“ weist der aktuelle Bericht der Kommission auf. Auch in Kierspe wurde so ein Unfallschwerpunkt festgestellt. „Die Daten der Polizei aus 2015 zeigen für den Bereich der B 237 bei Varmert insgesamt zwölf Verkehrsunfälle mit teilweise schweren Folgen auf; darunter zweimal Personenschaden und einmal hoher Sachschaden“, erklärt Joachim Pieper, der bei der Sichtung der Unfallberichte auch die Ursache, die Tages- und Jahreszeit sowie das Wetter berücksichtigt. „In elf Fällen wurde dort festgestellt, dass unangepasstes Tempo, aber auch die regennasse Fahrbahn die Unfälle verursacht haben. Die Verkehrsteilnehmer sind dabei ihrer Verpflichtung zu einer vorsichtigen Fahrweise nicht nachgekommen.“

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