Mit Kräutern gegen Kopfschmerzen

+
Für einen herzstärkenden Tee sammelten alle Weißdorn als Blatt, später als Blüte und im Herbst als Frucht.

Kierspe - Kräuterhexe wird sie genannt, die Kräuterpädagogin Karola Wolff aus Höhlen. Doch dieser Name ist für sie kein Schimpfwort, sondern die liebevolle Bezeichnung einer Frau, die sich um die Heilkunde durch Pflanzen und um den Erhalt des Wissens unserer Vorfahren bemüht.

2007 hat sie sich als Kräuterpadagogin ausbilden lassen und bietet neben Likören, Gelees, Tees und Cremes auch Workshops an. Einer dieser Workshops ist das Zusammenstellen einer Wildkräuterapotheke, der aus drei Nachmittagen besteht und im Frühjahr, im Sommer und Herbst stattfindet.

Die acht Teilnehmer des Workshops kamen aus Breckerfeld, Schalksmühle, Kierspe und Meinerzhagen. Die meisten unter ihnen hatten schon einmal an einer Kräuterführung teilgenommen und ihr Antrieb war es, selbst Tinkturen, Salben oder Tees als Grundlage einer eigenen Hausapotheke herzustellen. Auf einem großen Brett schrieben sie Beschwerden auf, gegen die sie gerne eine Hausmittel hätten und diese Notizen wurden zur „To-Do-Liste“ des Workshops.

Doppelkorn, Olivenöl und Bienenwachs waren die Zutaten, die für den ersten Nachmittag im Garten der Kräuterpadagogin Karola Wolff nötig waren. Drei Tinkturen sollten an diesen Nachmittag fertiggestellt werden – sowie eine Salbe und die Grundlage für zwei Tees.

Begonnen wurde mit einer Tinktur aus der Pflanze Gundermann, die gerade jetzt im Rasen, am Gartenrand oder auf Wiesen wächst und blüht. Kleingeschnitten wurden die Pflanzen in ein bereit stehendes Fläschchen bis zur Höhe von einem Drittel gefüllt. Aufgefüllt wurde alles mit Alkohol der mindestens 38 Prozent hat – die Reifezeit in der Sonne beträgt 14 Tagen. „Die Pflanze selbst hilft bei Nasenschleimhautschwellungen“, gab Karola Wolff ihr Wissen an die Teilnehmer weiter. „Führen Sie die Pflanze in Ihr Nasenloch, lassen aber etwas vom Stil noch herausgucken und schon sehr bald ist ihre Nasenschleimhaut nicht mehr geschwollen.“ Auch bei Mittelohrentzündungen bei Kindern sei die auf einem feuchten, weichen Tuch aufgetropfte Tinktur hilfreich.

Natürliches Aspirin aus Weidenrinden zu gewinnen, war die nächste Aufgabe für die kleine Gruppe. Dafür schnitten sie die Weidenrinde in kleine Stückchen, füllten sie wieder in ein Fläschchen mit Alkohol. Vier Wochen Reifezeit in der Sonne braucht diese Tinktur, die später abgeseiht mehrere Jahre haltbar ist. „Vorsichtig sollten hier jedoch Asthmatiker sein, sie könnten überreagieren“, warnte Karola Wolff. Als Dosis dieses natürlichen Aspirins empfahl Karola Wolff zehn Tropfen, höchstens jedoch 30 am Tag. Kinder unter sieben Jahren sollten sie gar nicht nehmen, Kinder von 7 bis 14 Jahren nur fünf Tropfen. Äußerlich ist diese Tinktur anwendbar auch bei Entzündungen.

Nach so viel Arbeit am Tisch stand nun das eigene Sammeln von Kräutern auf dem Plan. Weißdornblätter wurden von einem Strauch gezupft, zu denen später die Blüten hinzukommen sowie im Herbst die Früchte, eine Mischung, die herzstärkend sein soll.

Für die Teilnehmer war es interessant zu erfahren, welche Pflanze welche Eigenschaften hat und wie sie dem Menschen helfen kann. Und Spaß machte es auch mit dem Gedanken zu leben, künftig auf einige Medikamente verzichten zu können. Wer sich einmal unverbindlich über Kräuter und ihre Erzeugnisse informieren möchte, kann das am Pfingstmontag tun, dann ist Karola Wolff beim Mühlentag an der Knochenmühle in Meinerzhagen-Mühlhofe dabei.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare