Tramonto-Ensemble in der Margarethenkirche

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Fantasien quer durch die englische Musikgeschichte spielte das Tramonto-Ensemble in der Margarethenkirche.

Kierspe - Die Freunde klassischer Musik kamen auf ihre Kosten beim Konzert des Tramonto-Ensembles in der Margarethenkirche.

Die jungen Musiker präsentierten einen Querschnitt englischer „Phantasies“, die seit dem elisabethanischen Zeitalter fester Bestandteil der Orchestermusik sind. Dabei bilden mehrere unzusammenhängende Passagen den Ausgangspunkt für ein größeres Werk.

Inga Schäfer.

Den Anfang machte das Streichquintett in Wiener Besetzung – zwei Geigen, zwei Bratschen und ein Cello – mit einer „Fancy“ von Thomas Ravencroft aus dem frühen 17. Jahrhundert. Henry Purcell, einer der bekanntesten Vertreter der englischen Musikgeschichte, führte die Instrumentalform zu neuer Meisterschaft indem er sie über einen ostinaten Bass führte. Seine Fantasia Nr. 13 hat die Zusatzbezeichnung „upon one note“ – gemeint war der ostinate Bass. Entsprechend hatte Anna Christine Overbeck am Cello einen dominante Part. Die Quintette von Ralph Vaughan Williams und Benjamin Britten sind vor allem Beispiele für die nachhaltige Wirkung musikbegeisterter Mäzene: Walter Willson Cobbett war ein erfolgreicher Geschäftsmann und begeisterter Amateur-Geiger, er stiftete einen Wettbewerb, mit dem er die Kammermusik fördern wollte.

Unter seiner Schirmherrschaft entstanden auch das in der Margarethenkirche aufgeführte Phantasy Quintett von Ralph Vaughn Williams und die Phantasy in F minor von Benjamin Britten – der war gerade erst 18 Jahre alt, als er mit seiner Komposition den Preis gewann.

Inga Schäfer als Bratschistin, Sängerin und Moderatorin aktiv

Ensemble-Mitglied Inga Schäfer war als Bratschistin und Sängerin beteiligt: Der letzte Programmpunkt, die „Sea Pictures“ von Edward Elgar waren zugleich der Höhepunkt: Bravourös meisterte die Mezzosopranistin die unterschiedlichen Stimmungslagen der von Elgar vertonten Gedichte. Teils elegisch, teils dramatisch gestaltete sie das zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankende Gefühlsspektrum der viktorianischen Dichter. Das Publikum gab Beifall, die Musiker eine Zugabe.

Das Tramonto-Ensemble nahm seinen Anfang als Studenten-Ensemble an der Essener Folkwang-Universität. Inzwischen können die Musiker schon auf mehrjährige Erfahrung zurückblicken, sind aber immer noch „in Ausbildung“. Zur Zeit haben sie Anbindung an die Musikhochschule Hannover. Der Eintritt für die Zuhörer, die sich in großer Zahl eingefunden hatten, war frei. Allerdings baten die Musiker im Anschluss um eine Spende – für die Fahrtkosten zurück nach Hannover.

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