Hans Ludwig Knau: Der Heimat verbunden mit Wissen und Tatkraft

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Vor 40 Jahren wurde Hans Ludwig Knau zum Ortsheimatpfleger in Kierspe bestellt.

Kierspe - Am Donnerstag jährt sich zum 40. Mal der Tag, an dem Hans Ludwig Knau aus Kierspe mit einstimmigem Votum durch den Rat der Stadt am 29. September 1976 zum Ortsheimatpfleger von Kierspe ernannt wurde.

Dieses Ehrenamt bekleidete der in der ehemaligen Kreisstadt Altena geborene und seinerzeit als junger Lehrer an die Gesamtschule Kierspe gekommene Pädagoge mit beispielhaftem Engagement, begleitet von profundem Fachwissen und der spürbaren Freude an der ehrenamtlichen Tätigkeit über einen langen Zeitraum von 25 Jahren. Darüber hinaus nahm Knau 17 Jahre lang zusätzlich und bis dort ein Nachfolger gefunden wurde, die Aufgaben des Ortsheimatpflegers in der Nachbarstadt Meinerzhagen wahr.

Als dann im Jahr 2001 das Amt des Ortsheimatpflegers der Stadt Kierspe offiziell in jüngere Hände übergeben wurde und seitdem von Ulrich Finke weitergeführt wird, legte dessen Vorgänger indes keineswegs die Hände in den Schoß: Ganz im Gegenteil. Bis auf den Tag sind Rat und Tat von Hans Ludwig Knau überall dort, wo es ganz konkret um heimatkundliche Belange geht, nahezu unverzichtbar und werden gerne angenommen, wie beispielsweise bei den mittlerweile maßgeblich mitgestalteten und mittlerweile bereits mehr als 100 gemeinsam von VHS und Heimatverein angebotenen Fachvorträgen zur Entstehungsgeschichte markanter Kierspe Höfe und Hofgemeinschaften.

Vor zehn Jahren veranstaltete der Heimatverein eine Stadtrundfahrt. Da durfte Hans Ludwig Knau natürlich nicht fehlen.

Das in langen Jahren und praktisch bis heute an den Tag gelegte und von großem Erfolg begleitete Engagement Knaus in Sachen Heimatkunde und Heimatpflege kommt in vielfacher Weise zum Ausdruck. So bei dessen aktiver Mitarbeit unter anderem bei den Freunden der Burg Altena, der Luisenhütte Wocklum, im Heimatbund des Märkischen Kreises, bei der Entwicklung des Projektes „Wasser-Eisen-Land“ und der Südwestfälischen Eisenstraße.

Vor allem aber gilt das für den Heimatverein Kierspe, zu dessen Gründungsmitgliedern Knau zählt, der als Impulsgeber für mancherlei Aktivitäten in verschiedenen Fachausschüssen des Heimatvereins zahlreiche Akzente setzen konnte und sein vielschichtiges Wissen auch im hiesigen Lions-Club bei mehrfachen Anstößen zur kulturellen und künstlerischen Bereicherung des Clublebens zur Verfügung stellte.

Das spezielle Fachgebiet Knaus umfasst den Nachweis und die Erforschung mittelalterlicher Eisengewinnungs- und Schmelzstellen im engeren heimischen Bereich sowie darüber hinaus auch in benachbarten Regionen. Dies zum Teil in Zusammenarbeit mit dem auf diesem Gebiet bekannten Experten Manfred Soennecken.

Knaus zum Teil auch mit Schülergruppen erzielte Forschungsergebnisse gipfelten in der Entdeckung eines altertümlichen Floßofens bei Haus Rhade und dem Nachweis zahlreicher Verhüttungsplätze, so der Freilegung eines mittelalterlichen Rennofens im Gebiet der heutigen Kerspe-Talsperre.

Kiersper Heimatforscher gilt als Rennofenspezialist

So gilt der Kiersper Heimatforscher in Fachkreisen mittlerweile zu Recht als Rennofenspezialist von europäischem Rang. Sein gediegenes Wissen in Sachen Heimatkunde kam zudem bereits in mehreren Publikationen über Ortschaften und markante Güter im engeren heimischen Raum zum Ausdruck.

Knaus Verdienste in Sachen Heimatpflege fanden öffentliche Würdigung nicht zuletzt in dem 2009 seitens des Landschaftsverbandes Lippe verliehenen Förderpreises für Westfälische Landeskunde und gipfelten in der vom damaligen Landrat Aloys Steppuhn in feierlichem Rahmen auf der Burg Altena verliehenen Bundesverdienstkreuz im Jahre 2002.

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