Messer im Rucksack bringt höhere Strafe ein

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Das Amtsgericht in Meinerzhagen verhängt hohe Strafen für kleine Beute.

Kierspe - Spontan hatten sich zwei Männer am Nachmittag des 17. März in einem Kiersper Supermarkt dazu entschlossen, ein Fitness-Armband im Wert von 29,98 Euro zu stehlen. Gestern gab es dafür im Amtsgericht Meinerzhagen die Quittung.

1200 Euro Geldstrafe für den 26-jährigen Angeklagten, sieben Monate Haft auf Bewährung für den zweiten, 36 Jahre alten Täter. Beide räumten sofort ein, das Armband gestohlen zu haben. Der 26-Jährige gab zu, es seinem Kompagnon in den Rucksack gesteckt zu haben. „Es war eine spontane Idee von uns“, erklärte der Meinerzhagener.

Eine Verkäuferin hatte den Diebstahl beobachtet, sich an die Fersen des Duos geheftet und die Männer hinter dem Kassenbereich angesprochen. Die Polizei entdeckte später neben dem Armband im Rucksack des 36-jährigen mitangeklagten Kierspers zudem Käse und Hundefutter.

Diese Dinge habe er vorher schon dabei gehabt, beteuerte der Meinerzhagener. Das Gericht glaubte ihm. Vorstrafen brachte der Mann nicht mit. Und so blieb es für ihn bei einer Geldstrafe von 1200 Euro. Verurteilt wurde der 26-Jährige wegen gemeinschaftlichen Diebstahls geringwertiger Sachen. Dass die Strafe trotzdem so hoch ausfiel, war dem Nettoverdienst des Mannes geschuldet.

Elf Zentimeter langes Messer in der Tasche

Der Mitangeklagte kassierte eine Bewährungsstrafe weil der Vorwurf bei ihm gemeinschaftlicher Diebstahl mit Waffen lautete. Grund war ein Klappmesser mit einer elf Zentimeter langen Klinge, das sich in der Tasche des Kierspers befand. „Aber ich habe es doch gar nicht benutzt“, warf der 36-jährige Mann ein. Das sei für die Erfüllung des Tatbestandes auch nicht erforderlich, klärte ihn der Richter auf. Das bloße Beisichtragen reiche bereits aus. Als Mindeststrafe sieht das Gesetz für einen Diebstahl mit Waffen sechs Monate vor.

Da der Kiersper Angeklagte allerdings zwei Vorstrafen – eine einschlägig – im Vorstrafenregister stehen hat, erhöhte der Vorsitzende die Mindeststrafe um einen Monat. Für die Dauer von drei Jahren muss sich der Kiersper straffrei führen und mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten. Tut er dies nicht, droht der Widerruf der Bewährung.

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