Anwohner verhindert Bautätigkeit am Lerchenweg durch Kauf

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Parallel zum Waldrand sollen oberhalb der Heerstraße vier Häuser gebaut werden. Derzeit ist allerdings noch keines der Grundstücke verkauft.

Kierspe - Noch vor wenigen Monaten sah es so aus, als würden in Kierspe zwei neue Baugebiete entstehen, nicht weit voneinander entfernt und eines davon in vorzüglicher Wohnlage. Doch eines der Gebiete wird nun gar nicht erschlossen – wie es mit dem anderen weitergeht ist ungewiss.

Im Spätherbst des vergangenen Jahres sah es noch ganz so aus, als würden am Lerchenweg rund zwölf Einfamilienhäuser auf freien Flächen und weitere auf dem Gelände der sogenannten Hellerforth-Villa entstehen. Die Grundstücke gehörten früher dem Immobilienmakler und Bauentwickler Hellerforth. Nach der Pleite des Unternehmens fiel der Besitz an die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen als Gläubiger. Diese wollte die Flächen möglichst gewinnbringend vermarkten und beauftragte mit der Planung das Architekturbüro SKV Bauplanung aus Kierspe.

Im zuständigen Fachausschuss stellte Bernhard Schölzel dann die Pläne für das Gebiet vor – unter der kritischen Anteilnahme vieler Anwohner. Diese machten damals und auch einige Wochen später im Ausschuss deutlich, dass sie kein Interesse an einer weiteren Bautätigkeit hätten. Sie sahen eine Überlastung des Lerchenweges und eine fehlgeleitete Entwicklung für Kierspe.

„Es gab bereits die ersten Interessenten für die Grundstücke, für die sich auch deutlich höhere Quadratmeterpreise hätten erzielen lassen als im Kiersper Durchschnitt“, erklärt Schölzel. Doch letztlich wurden nun Fakten geschaffen, die eine Bebauung wohl – zumindest auf viele Jahre – verhindern werden. Nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung hat ein Anwohner der Straße die Flächen mit dem Ziel einer Nichtbebauung erworben.

Am Lerchenweg wird nicht gebaut. Ein Anwohner hat die Grundstücke, die die Sparkasse verwerten wollte, gekauft.

Nur wenige Meter weiter soll oberhalb der Heerstraße an der Kreuzung Wildenkuhlen ebenfalls ein kleinesBaugebiet entstehen. Dort soll der Drosselweg, der von der Kölner Straße abzweigt, mit einer Privatstraße um rund 20 Meter verlängert werden, an der dann parallel zum Waldrand vier Häuser entstehen.

Baukenner hielten die Vermarktung an dieser Stelle, die nicht gerade sonnenüberflutet ist, für schwierig. Und bislang ist auch noch keines der vier Grundstücke verkauft. Doch nun gibt es auch ein zusätzliches Hindernis bei der Vermarktung des Baugebietes, denn bei Bauarbeiten wurde eine Höhle entdeckt (die MZ berichtete).

Notwendig geworden waren die Arbeiten, weil eine Hauptwasserleitung, die mit dem Hochbehälter im Arney verbunden ist, verlegt werden musste. Dabei brach die Höhle, deren Dach sich rund sechs Meter unter der Oberfläche befindet, auf. „Das sind natürlich für eventuelle Bauherren unkalkulierbare Risiken, da auch Probebohrungen keine absolute Sicherheit bieten können“, sagte ein Spezialist aus der Baubranche gegenüber der MZ-Redaktion.

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