Hilfe bei Flüchtlingsarbeit

Im Februar hatte sich der Arbeitskreis Flüchtlinge mit einem Brandbrief an die Verwaltung gewandt, anschließend stellten CDU,SPD und UWG einen Antrag auf Einstellung eines Mitarbeiters und im März besuchten die Mitglieder des Mitglieder des Ausschusses für Demografie, Soziales und Familien die Notunterkunft am Herlinghauser Weg (Foto), um sich ein Bild von der Situation zu machen. Nun soll die Beteiligung an einem Landesprogramm die notwendige Unterstützung bringen. - Archivfoto: Becker

Kierspe -   In der Sitzung des Rates im April wurde die Verwaltung aufgefordert, bis zum Hauptausschuss, der am Dienstagabend tagte, die Einstellung einer Fachkraft vorzubereiten, die sich um die Betreuung der Flüchtlinge kümmert. Diese soll Verein „Menschen helfen“ und den Arbeitskreis Flüchtlinge entlasten und unterstützen. Im Hauptausschuss wurde dann mitgeteilt, dass man eine einvernehmliche Lösung mit dem Verein gefunden habe.

Gefordert worden war die Einstellung einer Fachkraft für die Flüchtlingsarbeit bereits vor einigen Monaten von den Fraktionen aus CDU, SPD und UWG als Reaktion auf einen Brandbrief des Arbeitskreises, in dem die massive Überlastung der ehrenamtlich Tätigen geschildert wurde.

In der Sitzung des Hauptausschusses teilte die Verwaltung mit, dass man versuche, sich an dem Landesprogramm „Multiprofessionelle Teams zur Integration und Bildung“ zu beteiligen. Dabei würde das Land eine sozialpädagogische Fachkraft zur Unterstützung von Familien und schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen finanzieren, wenn die Stadt gleichzeitig eine halbe zusätzliche Stelle einrichtet. Wobei diese die „eigene“ Fachkraft nicht selbst anstellen, sondern sich dafür eines freien Trägers bedienen möchte. Insgesamt ist das Programm bis zum 31. Juli 2019 befristet.

In der Vorlage heißt es, dass dieses Vorgehen mit dem Arbeitskreis abgestimmt sei und Einvernehmen herrsche.

Zugesagt wurde im Ausschuss darüber hinaus, dass die halbe kommunale Stelle auch in dem Fall geschaffen werden soll, dass der Antrag der Stadt auf Beteiligung an diesem Projekt negativ beschieden wird.

Thema der Mitteilung war auch, dass es feste Sprechzeiten einer städtischen Mitarbeiterin, die über die entsprechenden Sprachkenntnisse verfügt, in den Unterkünften geben soll. Weiter heißt es: „Um die Situation in den beiden Notunterkünften ,Am Korteberg‘ und ,Herlinghauser Weg‘ zu entzerren, wurden bereits Umbesetzungen der rein männlichen Wohngruppen mit gleichzeitiger Reduzierung der Bewohnerzahl vorgenommen.

Weiterhin hat sich am Korteberg ein Flüchtling bereit erklärt, einfache Hausmeisterdienste (Müll sammeln, Ordnung im Treppenhaus, Einhaltung der Nachtruhe) als gemeinnützige Tätigkeit gegen Entschädigung wahrzunehmen. Es ist vorgesehen, eine ähnliche Lösung für den Herlinghauser Weg anzustreben. Gegebenenfalls können zusätzliche Aufgaben, wie Reinigung der Nasszellen, ebenfalls übertragen werden. Hier wird in enger Abstimmung mit dem Arbeitskreis vorgegangen.“

Zum Thema des Hauptausschusses machte der UWG-Vorsitzende Clemens Wieland auch noch einmal den Fritz-Linde-Stein. „Ich bin von einer Frau, die dort regelmäßig spazieren geht, auf die wirklich sehr unschönen Zustände angesprochen worden.“ Dabei bezog sich Wieland auf die starke Vermüllung des Platzes rund um den Stein. Zur Dokumentation legte er Bilder vor, die tatsächlich eine Situation zeigten, deren Inhalt die Ekelgrenze beim Betrachter mühelos erreichte. Tüten mit Essensresten, halb verzehrte Mahlzeiten und zahlreiche Getränkedosen, deren Inhalt sich über den Boden ergossen hatten, waren zu sehen – achtlos weggeworfen.

Wieland bat inständig darum zu prüfen, ob es nicht möglich sei, dort in Zukunft zumindest wieder Abfallbehälter aufzustellen und diese von städtischen Mitarbeitern regelmäßig leeren zu lassen. Die Verwaltung will sich nun zunächst eingehend mit der Situation beschäftigen.

In der Vergangenheit war der Fritz-Linde-Stein und das ihn umgebende Gelände immer wieder Thema. Früher hatten dort einmal Bänke und auch Abfallbehälter gestanden, die auf Wunsch des Grundstückseigentümers aber entfernt werden mussten.

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