Gesamtschüler setzen sichtbares Zeichen gegen Gewalt

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Die Schülervertreter der Gesamtschule Asli Arslan, Emily Breitenbach, Corry Niklas Baumhof, Bayram Akbal, Nadine Meinhardt, Jeremy Böldorn und Mareike Falz haben ihre Mitschüler zu einem Zeichen gegen Gewalt aufgerufen.

Kierspe - Zwei Kinder schlagen Ende September in einer Schule brutal auf einen zwölfjährigen Mitschüler ein. Der Junge wird lebensgefährlich verletzt. Auch an der Kiersper Gesamtschule verfolgte man die Berichte fassungslos – aber nicht untätig.

Während einer Sitzung der Schülervertreter berichtete Schulleiter Johannes Heintges damals von den Ereignissen in der rheinländischen Stadt. „Die Schüler waren schockiert“, erinnert sich Bayram Akbal, der ehemalige GSK-Schülersprecher. Trotz der erschütternden Berichte begangen er und seine Mitstreiter zu handeln.

„Da die Tat an einer anderen Gesamtschule passiert ist, haben wir uns sofort zusammengesetzt und nach Ideen gesucht, was wir tun könnten. Wir sind solche Vorfälle an unserer Schule nicht gewöhnt. Und damit so etwas bei uns erst gar nicht vorkommt, wollten wir ein deutliches Zeichen gegen Gewalt setzen.“

Zudem habe man sich mit den Eltern des junges Opfer solidarisch zeigen wollen, ergänzt Mareike Falz. Schnell wussten die Schülervertreter, was sie tun können. Ihren Plan teilten sie daraufhin der Schulleitung und allen Lehrern mit. Ihre Idee: Eine Unterrichtsstunde lang sollten sich alle Schüler mit dem Thema Gewalt auseinandersetzen und ihre Ergebnisse auf großen Plakaten festhalten.

Briefe an Erics Eltern

„Zudem sollte jede Klasse einen Brief an Erics Eltern schreiben, die wir in zwei Bücher eingeklebt haben und an die Schule in Euskirchen schicken werden“, erklärt Mareike Falz. Das Ziel der insgesamt neun aktiv gewordenen Schülervertreter war es, mit der Aktion ihre Mitschüler für das Thema zu sensibilisieren und präventiv gegen solche Vorfälle vorzugehen.

Die Ergebnisse, die nun seit Freitag in leuchtenden Farben und großen Buchstaben für jeden Schüler sichtbar die Pausenhalle zieren, fasst Bayram Akbal zusammen: „Alle Schüler sind der Meinung, dass Gewalt ein Unding ist und wir dagegen ein klares Zeichen setzen müssen.“

Präventions- und Handlungsmöglichkeiten

Unberührt ließ die brutale Tat die Gesamtschüler nicht, wie Mareike Falz beim Sichten der Ergebnisse der Aktion feststellen konnte. „Unsere Mitschüler waren sichtlich betroffen und wussten über den Vorfall bestens Bescheid.“

Auf unterschiedliche Art und Weise habe sich jede Klasse mit dem Thema auseinandergesetzt. „Die Schwerpunkte haben die Schüler selber festgelegt. Sie reichen von der Präventionsarbeit bis hin zu Handlungsmöglichkeiten bei akuten Fällen“, sagt die Schülervertreterin.

Projektwoche soll Thema "Gewalt" aufgreifen

Nach den Schulferien findet an der Gesamtschule eine Projektwoche statt. Diese wollen die Schülervertreter zum Anlass nehmen, das Thema Gewalt noch einmal in den Fokus aller Beteiligten zu stellen. Schließlich ist Eric kein Einzelfall. „Wir wollen auch die dann anwesenden Eltern ansprechen. Deshalb sollen die Plakate auch bis dahin hängenbleiben“, sagt Bayram Akbal.

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