Gedichte, Slam-Texte und eine ironische Märchen-Adaption

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Luca D’Ortona trug zahlreiche Gedichte, Slam-Texte, aber auch eine Märchen-Adaption aus seiner ersten Sammlung vor.

Kierspe - Der literarische Nachwuchs meldet sich auch in Kierspe zu Wort. Der 18-jährige Luca D’Ortona las am Donnerstagabend in der Margarethenkirche eigene Gedichte und Texte.

Sein früherer Grundschullehrer Thomas Block war ebenfalls mit einigen Beiträgen vertreten, den musikalischen Teil gestaltete Stefan Schulte.

Dass nicht gleich bei der ersten Lesung die Massen herbeiströmen würden, war dem jungen Autor auch klar. „Wenn 30 Leute kommen, bin ich zufrieden,“ meinte er. Die selbstgesetzte Marke hatte er „geknackt“, sein Publikum folgte teils angerührt, teilweise amüsiert den sehr unterschiedlichen Texten.

Den Auftakt machte Luca D’Ortona mit kurzen Gedichten, begleitet von Stefan Schulte am Klavier. Dessen einfühlsam zurückgenommenes Spiel akzentuierte die Lesung, setzte aber auch Kontrapunkte da, wo sich die Veranstaltung Richtung Comedy entwickelte.

Insgesamt war der Abend eine eigenwillige Mischung aus Slam, Mitmachspiel und ernsthafter Lyrik. Zugleich stellte der junge Kiersper seine ersten Sammlung „Wenn es dunkel wird ...“ vor, in der viele Texte abgedruckt sind, die auch bei der Lesung zum Vortrag kamen. Die Befindlichkeit und Unsicherheit eines 18-Jährigen werden darin thematisiert, kleine Alltags-Beobachtungen und natürlich die Liebe. Auf den Veranstaltungsort nahm D’Ortona eher unfreundlich Bezug: In einem Slamtext zählte er die vielen Ausreden auf, die einem so einfallen, wenn man keine Lust hat, sonntags in die Kirche zu gehen. Zu den längeren Texten gehörte eine ironische Adaption des Märchens von Schneewittchen.

Thomas Block beteiligte sich mit kurzen Gedichten über „Liebe, Tod und Milchproduktion“, mit anderen Worten: über Kühe, gefolgt von „wirklich wahren“ Geschichten aus dem Schul- und Familienalltag. Die waren in der dunklen Jahreszeit angesiedelt und handelten von der technischen Verbesserung der Laternen-Leuchtstäbe beim Martinszug oder einem Teelichter-Einkauf bei Ikea.

Sogar Vater D’Ortona meldete sich zu Wort. Im Anschluss an die Zeilen im Gedichtband von Sohn Luca „Wenn einer dir im Laden droht, erschlage ihn mit Fladenbrot“ lud er die Zuhörer zu einem kleinen Gewinnspiel ein. Bei einem Spontan-Reimen galt es Reimwörter auf Brotsorten zu finden, von Schalkekruste bis Pumpernickel. Der ausgelobte Preis war ein Kastenweißbrot. Das sollte bekommen, wem ein Zweizeiler dazu einfiel. Die Freude am Spiel mit Sprache scheint in der Familie zu liegen.

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