Fünf Flüchtlinge als Praktikanten bei SuK

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Bei der Firma SuK Kunststofftechnik sind derzeit fünf Flüchtlinge als Praktikanten beschäftigt.

Kierspe - Drei stammen aus Syrien, einer aus Eritrea, einer aus Afghanistan. Amer Al Babili, Alaa Al Maghribi, Diaa Eddin Ali, Zekarias Mussie und Zekaria Barati kamen als Flüchtlinge nach Kierspe. Nun machen sie einen Schritt in Richtung Normalität.

In Kierspe Fuß zu fassen, ist den fünf Asylbewerbern wichtig. Um die Sprache zu lernen und mit dem alltäglichen Leben in Deutschland vertraut zu werden, besuchen sie einen Integrations- und Sprachkurs.

Seit etwa drei Wochen sind sie noch einen wichtigen Schritt weiter. Denn Anfang Mai begann für jeden der fünf Flüchtlinge ein einmonatiges Praktikum bei der heimischen Firma SuK Kunststofftechnik. Und bereits anderthalb Wochen vor dem Ende fällt ihr Zwischenfazit positiv aus, darin sind sie sich einig. „Wir sind zufrieden. Uns gefällt es hier gut. Wir fühlen uns wohl“, heißt es beim Termin in den Räumen des Unternehmens am Funkenhof.

Eingesetzt werden die fünf Asylbewerber – entsprechend ihrer unterschiedlichen Vorbildung – in verschiedenen Bereichen: Werkzeugbau, kaufmännischer Bereich, IT, Instandhaltung sowie als Werker in der Produktion.

„Wir haben zuvor jeden der Flüchtlinge gefragt, wo seine Interessen liegen, wie seine Vorkenntnisse sind und haben sie dann entsprechend eingeteilt“, sagt SuK-Geschäftsführer Martin Witulski. An drei Nachmittagen pro Woche, jeweils von 14 bis 17 Uhr, sind die fünf Praktikanten im Einsatz. „Wir haben flexibel reagiert und ermöglichen die Praktika nachmittags durchzuführen, da vormittags die Integrationskurse stattfinden“, erklärt Witulski, der von einem „Pilotprojekt“ spricht“.

Wie kam es dazu? Die Initiative ging vom Arbeitskreis Flüchtlinge aus. Im Oktober 2015 waren bei einer Veranstaltung der SIHK (Südwestfälische Industrie- und Handelskammer) auch Eva Daeneke vom Arbeitskreis und Bürgermeister Frank Emde vor Ort. Im Anschluss kam Daeneke mit Emde in Gespräch. Gemeinsam überlegten sie: „Was kann man machen, um Flüchtlinge ins Kiersper Arbeitsleben zu integrieren?“

Überlegungen, die schon bald erste Erfolge mit sich brachten. So konnte der Arbeitskreis erste Praktika vermitteln. In den beiden heimischen Senioreneinrichtungen war jeweils ein Eritreer tätig, in der Apotheke am Wildenkuhlen ein aus Syrien stammendes Apotheker-Ehepaar. Auch im Bereich Maschinenbau konnte ein Praktikant an ein Kiersper Unternehmen vermittelt werden.

Und nun fand sich mit der Firma SuK erstmals ein Betrieb, der bereit war, gleich fünf Flüchtlingen ein Praktikum anzubieten. „Dafür möchte ich Martin Witulski und der Firma SuK danken, dass sie gleich fünf Plätze zur Verfügung gestellt haben“, sagt Frank Emde, der auch betont, dass die Stadt Kierspe selber keine arbeitsvermittelnde Behörde sei. Vielmehr verstehe sich die Stadtverwaltung als Türöffner. Sie kümmere sich um den bürokratischen Teil, also das Einholen der Zustimmung von Ausländerbehörde und Arbeitsagentur, erläutert der Bürgermeister, der sich zudem freut, dass auch schon einige weitere Firmen ihre Bereitschaft signalisiert hätten, Praktika anzubieten.

„Unternehmer haben soziale Verantwortung“

Martin Witulski macht jedenfalls „eine absolut positive Erfahrung“, die auch SuK-Produktionsleiter Kyriakos Schoinas („Die fünf Praktikanten sind sehr fleißig.“) und der Leiter Strategischer Einkauf/Logistik Sven Wieland („Alle sind ehrgeizig und motiviert.“) teilen. SuK-Geschäftsführer Witulski betont: „Für mich persönlich ist wichtig, dass man den Flüchtlingen eine Chance gibt – aus meiner christlichen Grundüberzeugung und aus gesellschaftspolitischer Sicht heraus, weil Unternehmer auch eine soziale Verantwortung haben.“

Dass er dieser Verantwortung gerecht wird, freut auch Eva Daeneke vom Arbeitskreis Flüchtlinge. „Die Zusammenarbeit mit SuK ist für uns sehr positiv“, sagt sie und hofft, dass noch weitere Unternehmen dem Beispiel folgen. „Interessierte Firmen können sich gerne melden.“

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