Neue Handschuhe für Feuerwehrfrauen

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Die neuen Schutzhandschuhe geben Anica Würth die nötige Griffsicherheit, um beispielsweise mit einer Flex Unfallopfer aus ihrem Wagen zu befreien.

Kierspe - Knallpink auf Schwarz: So sehen die neuen Schutzhandschuhe aus, die die 48 Frauen der Kiersper Feuerwehr im Laufe dieser Woche bekommen. Zwar ist das Muster aus dünnen Linien und einem koketten Augenaufschlag nur ein modischer Gag – doch die neue Ausrüstung ist dringend notwendig.

„Bisher tragen die Frauen Männerhandschuhe, aber selbst in den kleinsten Größen sitzen die einfach nicht richtig", erklärt Wehrleiter Georg Würth. „Sie schlackern, denn die Hand einer Frau ist schmaler als die eines Mannes.“

Auch für den Löscheinsatz brauchen die Feuerwehrfrauen dringend passende Handschuhe, damit sie zügig Schläuche und anderes Material auspacken können.

Im Einsatz kann das schnell zu einem Sicherheitsproblem werden, wenn die Rettungskräfte beispielsweise mit einer Kettensäge einen Baum von der Straße entfernen oder gar mit der Flex ein Auto aufschneiden müssen, um ein Unfallopfer zu befreien. „Da braucht man einen sicheren Griff“, sagt Würth. Den garantieren die neuen Handschuhe, außerdem schützen sie Hände und Finger vor scharfen Kanten und spitzen Gegenständen.

Mehr Schutz für Frauenhände

Sie sind aus einem ähnlichen Material hergestellt wie die Schnittschutzkleidung für Waldarbeiter. Sollte einmal die Kettensäge abrutschen und im Handschuh hängenbleiben, wickeln sich spezielle Fäden um das Antriebsrad der Säge und stoppen es, bevor es die Hand verletzen kann.

Mit der neuen Ausrüstung werden die Kiersper Feuerwehrfrauen aber nicht nur sicherer arbeiten, sondern auch schneller, sagt Anica Würth. Die 23-Jährige hat die pinkfarbenen Handschuhe schon ausprobiert, und der Vergleich mit dem Vorgängermodell fällt sehr positiv aus: „Wir sparen bei einigen Arbeiten sicher 30 bis 40 Sekunden, weil wir jetzt richtig zupacken können.“

Eine ähnliche Lösung soll es bald auch für Brandschutzhandschuhe und -jacken geben. Genau wie die alten Sicherheitshandschuhe sind die Handschuhe für den Löscheinsatz eigentlich für Männerhände hergestellt und für die weiblichen Rettungskräfte absolut untauglich. „Wir müssen zum Beispiel Klettverschlüsse an Kisten öffnen, um die Schläuche auszupacken. Mit den großen Handschuhen ist das kaum möglich, erst recht nicht unter Zeitdruck“, sagt Anica Würth.

Auch Jacken oft zu groß

Brandschutzjacken gibt es bisher ab Größe 44 aufwärts – wer wie die Tochter des Wehrleiters normalerweise Größe 36 trägt, versinkt auch in der kleinsten Jacke und hat im Einsatz nicht die notwendige Bewegungsfreiheit.

Dabei ist es gerade in Kierspe wichtig, dass die weiblichen Rettungskräfte gut ausgerüstet sind: Der Frauenanteil der heimischen Wehr liegt bei knapp 40 Prozent. „Gerade tagsüber rücken sehr oft Einsatzfahrzeuge mit einer reinen Frauenbesetzung zu Verkehrsunfällen oder Bränden aus“, sagt Georg Würth.

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