Personelle Schieflage an Kiersper Grundschulen

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Die Personaldecke an den vier Kiersper Grundschulen könnte in den kommenden Jahren dünn werden. Damit drohen Streichungen etwa im Bereich des Förderunterrichtes oder bei besonderen schulischen Aktivitäten wie Sporttagen.

Kierspe - Viele Grundschulen in Nordrhein-Westfalen beklagen derzeit einen gravierenden Mangel an Lehrern. Auch in Kierspe befürchten die Verantwortlichen in naher Zukunft ein „großes Loch“ im Kollegium.

Es werde Sachen geben, die gestrichen werden müssen, sagt Thomas Block, Leiter des Schulverbundes Pestalozzi und Schanhollen. Wenn Schulleiter Block und sein Konrektor Arne Freiberg über ihre Schule sprechen, zuletzt geschehen vor dem Ausschuss für Schule und Kultur am Dienstagabend, dann fällt ihr Fazit derzeit noch positiv aus. „Für uns läuft es gut. So könnte es weitergehen“, berichten die beiden vor den Vertretern der heimischen Politik. Doch die Bedenken, dass es so in den kommenden Jahren nicht weitergeht, ist an den beiden Bildungseinrichtungen groß.

Derzeit werden dort 349 Kinder in 15 Klassen unterrichtet, zudem gibt es vier Eingangsklassen. Neun Lehrkräfte an der Schanhollen- und elf an der Pestalozzischule leiten derzeit noch den Unterricht. „Im kommenden Schuljahr sieht das Kollegium anders aus. Es gab und wird Wechsel durch Schwangerschaften und Vertretungslehrern, die eine Festanstellungen bekommen haben, sowie durch Pensionierungen geben“, erklärt Thomas Block.

„Lehrer-Markt“ ist leer

Dadurch werde es zu Streichungen kommen, etwa im Bereich der Doppelbesetzungen, die die spezielle Förderung etwa von Flüchtlingskindern ermöglichen, bei den Arbeitsgruppen oder bei anderen Aktivitäten in der Schule. Die Erklärung für diese anstehende Veränderung liegt für Konrektor Freiberg auf der Hand: „Wir machen uns große Sorgen, da der Markt an Vertretungslehrern derzeit leer ist.“

Gerade im Bereich der sogenannten Seiteneinsteiger, also Flüchtlingskinder, mache sich der generelle Mangel an Grundschullehrern bereits jetzt bemerkbar, so die Schulverantwortlichen. 16 Kinder benötigen neben dem Regelunterricht an den beiden Standorten punktuelle sprachliche Förderungen. Man versuche, pro Kind zwei Wochenstunden anzubieten, doch da es an den beiden Schulen keine gesonderte Lehrerstelle mit Deutsch als Fremd- und Zweitsprache gibt, sei dies schwierig. „Wenn das so weiter geht, dann können wir die Förderung so nicht mehr leisten“, sagt Arne Freiberg.

Derzeit noch befriedigende Situation

Ein etwas anderes Bild zeichnet sich derzeit noch im Schulverbund Bismarck und Servatius ab, kann Schulleiter Ekkehard Haas auf Anfrage unserer Redaktion berichten. „Wir sind momentan an beiden Standorten in einer guten Besetzungen vertreten. Auch im kommenden Schuljahr wird es in eine befriedigende Richtung weiter gehen.“ Doch auch an den beiden Schulen, die über 15 (Bismarck) beziehungsweise 13 Lehrkräfte (Servatius) verfügen und an denen rund 300 Schüler in zwölf Klassen (darunter drei Eingangsklassen) unterrichtet werden, könnte sich durch Krankheiten und Schwangerschaften die Situation schnell ändern.

Ekkehard Haas: „Die Frage ist dann, ob wir Vertretungskräfte bekommen.“ Derzeit sei man mit zwei „sehr guten“ Vertretungskräften ausgestattet, bei denen man hoffe, sie behalten so können. „Das Geld für Vertretungen ist da, nur das Angebot nicht“, bedauert der Schulleiter. Bei mehreren Ausfällen werde man auch an seinen Schulen wohl oder übel die Doppelbesetzung streichen müssen. „Im Ernstfall bricht die Förderung weg, da vom Gesetz her kein Unterricht komplett ausfallen darf.“

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