Kiersper Feuerwehr auf Gasalarm gut vorbereitet

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Drei Löschzüge waren gestern in Kierspe unterwegs, um dem Gasgeruch im Bereich Wildenkuhlen auf die Spur zu kommen.

Kierspe - Die meisten Gase, mit denen die Menschen in ihrem Alltagsleben zu tun haben, lassen sich bereits riechen, bevor die Konzentration kritisch wird. Darüber hinaus gibt es entsprechende Messgeräte für den Einbau im eigenen Heim – und auch die Feuerwehr ist für den Fall eines Gasaustrittes vorbereitet.

Ein starker Gasgeruch, den zuerst Menschen rund um das Portalgebäude des Fachmarktzentrums wahrgenommen hatten, hatte am Mittwoch zu einem Großeinsatz der Kiersper Feuerwehr – unterstützt von Mitarbeitern der Stadtwerke und Polizeibeamten – geführt. Letztlich blieb die Suche nach der Ursache jedoch ungeklärt (wir berichteten).

Bereits Ende Juli führte ein Routineeinsatz zur Suche nach einem Gasleck. Und auch damals wurde erst einmal keine Ursache für den Gasgeruch gefunden. Damals zeigten aber auch die Messgeräte der Wehrleute an, dass eine – wenn auch nicht lebensgefährliche – Gasmenge vorhanden war.

Helfer werden frühzeitig gewarnt

Wehrleiter Georg Würth: „Unsere Messgeräte zeigen bereits Gasmengen an, die weit unterhalb der Menge liegen, die für die Helfer gefährlich werden könnten. Das ist aber wichtig, denn so sind diese frühzeitig gewarnt und haben Zeit, entsprechende Schutzkleidung anzuziehen.

Bei dem Einsatz Ende Juli reichte dazu das Anlegen der Atemschutzgeräte aus. Letztlich handelte es sich um eine Kohlenmonoxid-Anreicherung, die aufgrund von Gärprozessen innerhalb der Wohnung, die von der Wehr geöffnet werden musste, entstanden waren.

Bei dem Gasgeruch am Mittwoch vermutet Würth Austritt von Flüssiggas beim Betanken einer Anlage: „Das Gas ist schwerer als Luft und könnte als ,Wolke’ durch den Bereich Wildenkuhlen gewabert sein.“ Letztlich klären lassen wird sich der Grund für den Geruch aber wohl nicht mehr.

Einsätze wegen Gasaustritts sehr selten

Grundsätzlich seien Einsätze aufgrund von Gasaustritten jedoch ausgesprochen selten, erklärt der Wehrleiter. „Das Erdgasnetz ist sehr sicher und wird regelmäßig kontrolliert. Dort kommt es höchstens mal zu einem Gasaustritt aufgrund von Bauarbeiten, bei denen eine Leitung beschädigt wird“, so Würth. Der Wehrmann rät Menschen, die Bedenken wegen des Gases haben, ein entsprechendes Warngerät im Haus zu montieren. Würth: „Das lässt sich mit einer kleinen Brandmeldeanlage verbinden und kann dann über die Rauchmelder im Haus alarmieren. Grundsätzlich sind solche Gasmelder aber nicht vorgeschrieben, auch nicht in den Brandmeldeanlagen von Firmen oder öffentlichen Gebäuden.“

Sollte es durch einen Chemieunfall oder eine andere Ursache zu einem Austritt von Gas kommen, das nicht nur über die Atemwege wirkt, verfügt die Feuerwehr über weitere Schutzmaßnahmen, die über die klassischen Atemschutzgeräte hinausgehen. Insgesamt acht Vollschutzanzüge besitzt die Kiersper Wehr – konzentriert beim Löschzug 1, zu dessen Kernaufgabe der Bereich Gefahrgut gehört.

Speziell geschulte Feuerwehrleute

„Sollten diese Anzüge nicht ausreichen, helfen uns andere Wehren, die über solche Schutzanzüge verfügen. Darüber hinaus hat der Kreis an zwei Standorten Vorsorge getroffen und jeweils einen Zug in Meinerzhagen und Neuenrade mit entsprechendem Gerät und einer größeren Anzahl an Schutzanzügen ausgestattet. Diese speziell geschulten Feuerwehrleute kommen dann natürlich auch in anderen Städten und Gemeinden zum Einsatz“, erklärt der Kiersper.

Doch auch seine Helfer vom Löschzug 1 könnten einem Großteil der Gefahren effektiv begegnen: „Wir verfügen nicht nur über die Schutzanzüge, sondern auch über entsprechende Messgeräte, mit denen wir eine große Anzahl von Gasen aufspüren können.“ Zum Einsatz kämen diese glücklicherweise nur sehr selten.

Der letzte „echte“ Gaseinsatz liegt übrigens bereits rund zwei Jahre zurück. Damals war beim Betanken einer Flüssiggasanlage ein Ventil beschädigt worden. Nach der Räumung des Gefahrenbereichs durch die Wehr konnte ein Installateur die Gefahr bannen und die Firma, die den Tank aufgestellt hatte, wechselte später das Ventil aus.

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