Missionarin in einem Land voller Gegensätze

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Als Missionarin auf Zeit war Felicitas Täuber (Mitte) in Peru, hier bei einer Weihnachtsfeier im Frauenhaus.

Kierspe - Ein Jahr lang war die Rönsahlerin Felicitas Täuber in Peru. Zweck ihrer Reise war, den Menschen dort zu helfen. Die Arbeit als Missionarin auf Zeit, kurz MaZ, brachte sie am Donnerstag den fast 20 Gästen im katholischen Gemeindehaus am Glockenweg näher.

Um nach Peru zu kommen, hatte sie sich auf ihre Aufgabe gründlich vorbereitet, denn eine Mission dort kann nur gelingen bei einem Dialog auf Augenhöhe.

So boten die Hiltruper Missionsschwester unter anderem ein Orientierungsseminar, ein Identitätsseminar sowie ein Länderseminar an. Das Alter der Teilnehmer liegt zwischen 18 und 35 Jahren. Zwar konnten die künftigen Missionarinnen angeben, in welches Land sie wollten, doch sicher war es nicht, dass es klappte.

Peru als Wunschziel

Für Felicitas Täuber war es klar, nach ihrem Abitur wollte sie eine MaZ sein. Peru war ihr Wunschziel, weil es in ihrer Gemeinde Verbindungen zu einer Missionsschwester in Peru gibt, die sie bereits kennengelernt hatte. „Eingesetzt werden konnten wir in Peru in drei Frauenhäusern, einem Gesundheitszentrum und einer Kindestagesstätte“, berichtet Felicitas Täuber.

Am Donnerstagabend berichtete Felicitas Täuber über ihre Zeit in Peru.

„Unser Ziel war dort, den Frauen zu helfen, unabhängig vom Ehemann zu werden, ihre Fähigkeiten zu stärken und ihnen den Einstieg in die Selbstständigkeit zu ermöglichen.“ Zu den ersten Aufgaben von Felicitas Täuber gehörte es, Jugendlichen und Erwachsenen die englische Sprache beizubringen, zweimal die Woche in drei Kursen. „Zudem musste ich selbst fleißig Spanisch lernen, denn in Südamerika kommt man mit Englisch nicht sehr weit.“

Vieles ist in Peru privatisiert, auch das Bildungssystem. Eine Folge davon ist, dass privater Unterricht sehr teuer ist, im Gegensatz zum Unterricht bei den Hiltruper Missionsschwestern. Zu kämpfen hatte Felicitas Täuber anfangs mit dem Wetter in Peru. Als sie ankam, war es dort Winter und der Himmel war grau verhangen. „Das Graue zog mich richtig runter“, gestand sie.

Unternehmungen mit Kindern

Doch nicht nur Englischunterricht gab Felicitas Täuber. Sie fuhr auch als Betreuerin einer Kinderfreizeit mit in ein Haus, das von deutschen Sternsingern finanziert worden war. Spaß gemacht hat es ihr dort, mit den Kindern zusammen etwas zu unternehmen. Es fehlte ihr jedoch das eine oder andere Mal ein wenig Privatsphäre, da sie rund um die Uhr mit den Kindern zusammen war.

Groß sind die Gegensätze in Peru. Von ihrer kleinen Wohnung aus 15 Minuten zu Fuß in eine Richtung gab es asphaltierte Straßen, in die andere Richtung allerdings nur unbefestigte Wege. „Auch in den Städten selbst gibt es Viertel, die lassen einen eher an New York oder eine andere westliche Großstadt denken.“

Unsicher hat sie sich dort nicht gefühlt. Doch ihr Verhalten war dort ein anderes als in Deutschland. „Mein Handy habe ich auf der Straße oder im Bus nicht offen in der Hand gehalten. Auch meine Geldbörse habe ich nicht offen gezeigt“, so ist Felicitas Täuber vor Überfällen verschont geblieben. Dieses Glück hatten aber nicht alle MaZ dort.

Wasserschlacht an Karneval

Ungewohnt waren für Felicitas Täuber auch die Karnevalsfeiern in Peru. „Dort werden Bäume aufgestellt, Luftballons und Geschenke angehängt und abends dann gefeiert. Der Abschluss ist eine große Wasserschlacht.“

Viele Freundschaften hat sie in Peru geschlossen und ihre Zukunft wird auf die neuen Erfahrungen aufbauen. Täuber möchte Politikwissenschaft und Soziologie studieren, um später beispielsweise in einem Antidiskriminierungsbüro arbeiten zu können.

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