Greifvogelschau in Rönsahl als Geburtstagsüberraschung

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Na, ob der wirklich so zahm ist? Noch überwiegt bei Geburtstagskind Sandra Kelm die Skepsis, als Wüstenbussard „Ohio“ auf ihrem Arm gelandet ist.

Kierspe - Die ständig wiederkehrende Frage nach einem passenden Geburtstagsgeschenk für die „bessere Hälfte“ beantwortete sich für einen Rönsahler diesmal fast von alleine.

Und das lag nicht zuletzt an „Hugo“ und seinen gefiederten Gefährten aus der Haltung der insgesamt 22 Greifvögel unterschiedlicher Art, die in der Falknerei von Marco Wahl im Wildpark der Stadt Wiehl im Oberbergischen zuhause sind. Eigentlich – nur eben an einem Tag nicht.

Denn da war „Hugo“, allein schon aufgrund seiner imposanten Erscheinung mit einer geschätzten Körpergröße von 60 bis 75 Zentimetern und den nur scheinbar schläfrigen Blicken, die der kräftige Greifvogel aus der Familie der europäischen Uhus zu dieser Stunde am späten Nachmittag für seine Umwelt übrig zu haben schien, der absolute Star des gefiederten Ensembles, das mit den beiden Falknern Marco Wahl und seinem Vater Rudolf auf Tour war.

Genauer gesagt, auf Geburtstagstour in Rönsahl, denn die gut zweistündige Schau unter dem Stichwort „Faszination Greifvogel“ im Garten einer Familie am Immanuel-Kant-Weg war das gewiss nicht alltägliche Geburtstagsgeschenk, über das sich nicht nur das Geburtstagskind Sandra Kelm und ihr Mann Sascha, die am gleichen Tag Wiegenfest haben, sondern auch Sandras Mutter aus Gummersbach, die ebenfalls Geburtstag hatte und deren Familien sondern auch zahlreiche Freunde und Nachbarn besonders freuten.

Was machte es da schon, dass es auch zu dieser Stunde praktisch pausenlos regnete. Das störte an diesem besonderen Tag keinen dort, schon mal gar nicht die insgesamt sieben unterschiedlichen Greifvögel, die – sämtlich handzahm, weil von Jugend an mit der Prozedur offensichtlich vertraut – alles in stoischer Gelassenheit über sich ergehen ließen.

So ein „Sauwetter“. Da hat man auch als „gestandener“ Wüstenbussard alle Mühe, sein nasses Gefieder wieder zu trocknen.

„Hugos“ Artgenossen, im Jahr 2005 zum „Vogel des Jahres“ erkoren, gelten als größte Eulen der Welt und als Nahrungsopportunisten, will sagen, sie haben ein breites Beutespektrum, das von kleinen Wirbeltieren wie Mäusen und Ratten bis zu Vögeln reicht. Aber sie verschmähen auch größere Tiere wie den Igel nicht und lassen es sogar auf einen Kampf mit dem Fuchs ankommen. Selbst ein schlafender Bussard ist nicht vor dem gewaltigen nachtaktiven Jäger sicher. Alles das wussten die beiden Falkner in anschaulicher Weise zu berichten.

 Besondere Lieblinge im tierischen Ensemble sind zurzeit die beiden erst zwölf Wochen alten Schleiereulen „Lotta“ und „Lotti“ mit ihren charakteristischen schwarzen Augen und dem typischen herzförmigen Gesichtsschleier, nach dem die Art ihren Namen hat. Auch die Schleiereule ist ein exzellenter Mäusejäger, in der Nacht aktiv und nistet mit Vorliebe in alten Kirchtürmen oder Feldscheunen. Bei gutem Nahrungsangebot kann eine Schleiereule in freier Natur durchaus das stattliche Alter von 22 Jahren erreichen, wie es dazu hieß.

Im Mittelpunkt der Schau, bei der die Greifvögel auf den jeweiligen Pfiff des Falkners reagierten und dann pfeilschnell von einem zum anderen Ende des Gartens flogen, um sich dort auf der mit einem Lederhandschuh geschützten Hand eines der Zuschauer niederzulassen und sich danach ihre Belohnung in Form eines toten Kükens einzuverleiben, standen drei so genannte Wüstenbussarde aus der Familie der Habichtsvögel. „Ohio, Luka und Yuma“, jeweils neun Monate alt, sind ebenfalls von Hand aufgezogen, verfügen über eine Flügelspannweite von 110 bis 120 Zentimeter und ernähren sich in der freien Natur ebenfalls von kleinen Wirbeltieren bis hin zum Kaninchen.

Viel Wissenswertes über jede der angesprochenen Greifvogelarten und die weitestgehend den natürlichen Bedürfnissen ihrer Schutzbefohlenen angepassten Tierhaltung im Wildpark wussten die Falkner, die im Übrigen unter der E-mail-Adresse Falkner@naturerlebnis-greifvögel.de gebucht werden können, im Laufe ihrer Schau „Naturerlebnis Greifvogel“ zu vermitteln.

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