Kiersper Gäste sind in Denton im Einsatz

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Gäste aus Frankreich, Rumänien, Deutschland und Irland im Gespräch.

Kierspe - Für einige Stunden war der drohende Brexit – der Austritt Großbritanniens aus der EU – kein Thema in Kierspes britischer Partnerstadt Denton. Ganz im Gegenteil: Dort stand am Wochenende das Europa-Festival an, an dem auch acht Kiersper teilnahmen. Unter schwierigen Bedingungen.

Der Verein für Städtepartnerschaften Kierspe hatte sich zum ersten Mal zu dem Europa-Festival einladen lassen. Neben Musik von sieben Bands gab es dort das Treffen mit den Freunden aus der französischen Partnerstadt Montigny, eine internationale Küche und viele Begegnungen über Grenzen hinweg. Geflogen waren die Kiersper ins 650 Kilometer entfernte Denton und schon am Flughafen in Manchester schlug ihr Herz das erste Mal höher. Abgeholt wurden sie mit einem alten VW-Bulli, der liebevoll restauriert worden war. Dekoriert war dieser mit Rosen, hatte samtrote Sitze und die Sitzbänke waren so angeordnet, dass die Fahrgäste in einem Halbkreis saßen. So ließ es sich gut durch den Berufsverkehr von Manchester nach Denton fahren.

Für den Abend war eine gemeinsame Veranstaltung im Saal „Oasis Venue“ geplant, doch viele der Gäste aus Montigny und Kierspe verbrachten den Abend lieber mit ihren englischen und französischen Freunden beim Barbecue. Schon am Freitagabend kündigte sich das regnerische Wetter an, doch richtig nass wurde es dann am Samstag. Während morgens in vielen Familien noch draußen gefrühstückt wurde, öffneten sich die Himmelsschleusen pünktlich zur Eröffnung des Europa-Festivals am Nachmittag. Das war mehr als schade, da den regenerprobten Engländern auch das zu viel war und viele von ihnen zu Hause blieben. 

Städtepartnerschaftsverein zu Gast in Denton

Doch die Kontinental-Europäer machten das Beste daraus. Die Franzosen boten an ihrem Stand Wein, Käse und Salami an, während die Kiersper 200 „German-Würstchen“ von Hoffmann im Gepäck hatten. Was bei gutem Wetter kein Problem gewesen wäre, entpuppte sich am Samstag als harte Arbeit. Da gab es nach einer Weile Sonderpreise, weil noch so viele Würstchen übrig waren, diese wurden dann eingeschweißt in Fünfer-Paketen. Auch ein Standortwechsel vom Rand des Geschehens in die Mitte des Festes brachte nicht den großen Durchbruch. Den krönenden Abschluss des Abends bildete der Auftritt der Bigband Swingin’ Affair, die die Freunde aus England, Frankreich und Deutschland bei einem gemeinsam gesungenen Lied begleitete.

Nachhilfe in die Kultur der Pups und des Bierbrauens bekamen die Gäste am Sonntagmittag. Hier wurde ihnen vom großen Pupsterben berichtet und von dem harten Kampf der Gastwirte, die gegen das industrielle, technische Bier antraten. Bier nach alter Tradition, darauf haben sich nun einige Pups spezialisiert und helfen dabei auch anderen Gastwirten, ihre Pups besser aufzustellen. Zwei Sorten lokalen Bieres bekamen mussten von den deutschen Gästen probiert werden. Am Nachmittag besuchten Gastgeber und Gäste dann noch das historische Museum in Manchester.

Fest steht nicht nur nach diesem abwechslungsreichen Wochenende, dass die privaten Verbindungen auch über einen Brexit hinaus Bestand haben dürften – wenn es zum EU-Abschied denn überhaupt kommt... 

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