Stadt Kierspe stellt neue Wildschadensschätzer vor

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Gestern nahmen der Wildschadensschätzer Christian Kaufmann (2. von links) und sein Stellvertreter Christian Kaufmann (2. von rechts) ihr neues Amt im Beisein von Sachgebietsleiter Oliver Knuf und der Sachbearbeiterin Monika Hofmann auf.

Kierspe - Wenn die Sau es sich im Maisfeld schmecken lässt oder das Getreide bei der Futtersuche niedertrampelt, sind es Landwirt und Jäger, die sich über die Regulierung des Schadens einigen müssen. Gelingt das nicht, wird der Wildschadensschätzer gerufen.

Da zeugt es von Weitsicht, einen Landwirt und einen Jäger als Schätzer und stellvertretenden Schätzer einzusetzen. Mit einer Unterschrift verpflichtete sich am Freitag Christian Kaufmann für die kommenden fünf Jahre das Amt des Wildschadensschätzers in Kierspe zu übernehmen. Auch sein Stellvertreter Christian Teschner bekam gestern von dem zuständigen Sachgebietsleiter Oliver Knuf die entsprechende Urkunde. Nachdem der bisherige Schätzer Anfang dieser Woche nach Ablauf seiner Dienstzeit ausgeschieden war, wurde so für einen nahezu nahtlosen Übergang gesorgt. Passenderweise kennen sich die beiden neuen Schätzer mit den Schäden und den Verursachern gut aus, da Kaufmann Landwirt und Teschner Jäger ist.

„Üblicherweise kommen die Wildschadensschätzer nur ein bis zweimal im Jahr zum Einsatz. In der überwiegenden Zahl der Fälle einigen sich Landwirt und Jäger, ohne dass ein Dritter tätig werden muss“, erklärt Monika Hofmann, zuständig beim Sachgebiet Ordnung für die Aufnahme der Schäden.

„In Kierspe bekommt nur der Jäger einen Pachtvertrag von der Jagdgenossenschaft, der sich auch verpflichtet, die Wildschäden in seinem Revier zu bezahlen“, erzählt Teschner, der weiter ausführt, dass sich meist Landwirt und Jäger seit Jahren kennen würden und so einer gütlichen Einigung meist nichts im Wege stehe.

Wildschadensschätzer im Dialog mit Pächtern und Landwirten

Doch wenn der Landwirt den Jäger nicht erreichen kann, es zu Missverständnissen kommt oder die Vorstellungen bei der Regulierung weit auseinanderliegen, dann muss der Schaden bei der Stadtverwaltung innerhalb von 14 Tagen angezeigt werden. Erst dann wird der Wildschadensschätzer tätig, der sich dann üblicherweise mit dem Pächter und dem Landwirt am Ort des Geschehens trifft.

„Dann ist Erfahrung notwendig, denn es ist nicht ganz so einfach, die Ertragsminderung einzuschätzen“, sagt Kaufmann, der aber auch betont, dass die Landwirte froh über die Jäger seien und diese nicht als Gegner sehen würden, da ohne die Jagd die Schäden noch viel größer seien. Da passt es dann auch gut, dass der Wertverlust selbst aus Tabellen der Landwirtschaftskammer errechnet wird.

Für Wildschäden gibt es keine Versicherung

„Oft fließt auch gar kein Geld, weil der Jäger die geschädigte Fläche selbst wieder herrichtet und einsät“, sagt Teschner und verweist darauf, dass dieses Vorgehen natürlich nur Schäden an einer Wiese beträfe. Bei Zerstörungen im Mais- oder Getreidefeld gehe das natürlich nicht. Bei der Benennung der Größe eines durchschnittlichen Schadens wollen sich aber weder die neuen Schätzer noch die Sachbearbeiterin festlegen. Zu breit die Spanne und zu unterschiedlich die Schäden.

Letztlich verständigen sich die drei darauf, dass es manchmal mit ein paar Hundert Euro erledigt sei, manchmal aber auch einige Tausend zusammenkämen. Geld, das der Jäger selbst aufbringen muss, da es keine Versicherung gibt, die für diese Schäden haftet.

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