Rönsahler weiter um ihr grünes Dorf besorgt

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Die Stadt plant in Rönsahl im Bereich Hauptstraße, Meienborn Straße und Feldhofer Weg ein 6,8 Hektar großes Gewerbegebiet für maximal 16 Betriebe. Zahlreiche Anwohner haben im Vorfeld an der Planung Kritik geübt – teilweise mit Erfolg.

Rönsahl - Die große Beteiligung der Rönsahler am Planungsverfahren zum Gewerbegebiet an der Hauptstraße und Meienbornstraße hat deutliche Spuren hinterlassen.

Die Stadtverwaltung hat die Einwände der Anwohner aufgenommen und in einen überarbeiteten Bebauungsplan einfließen lassen. Die Sorgen um das „grüne Dorf“ sind aber weiterhin vorhanden. In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am Mittwochabend äußerte sich eine Anwohnerin des Servatiuswegs, der möglicherweise bald direkt an das Gewerbegebiet angrenzen wird, so: „Unser Rönsahl muss auch weiterhin das grüne Dorf bleiben. Die Stadt muss die zukünftigen Eigentümer dazu verpflichten, dass sie ihre Grundstücke pflegen und auch bepflanzen.“

Dies war nicht die einzige Aussage, die die Stadt zu diesem Thema zu Protokoll nehmen musste. Bei zahlreichen Gelegenheiten gaben die Planungsverantwortlichen den betroffenen Bürgern die Möglichkeit, Kritik an dem Vorhaben vorzutragen. Auch Träger öffentlicher Belange schalteten sich in das Verfahren ein.

Größerer Puffer zum Servatiusweg 

Mit Erfolg: In der Ausschusssitzung am Mittwoch stellte das zuständige Stadtplanungsbüro Vielhaber zahlreiche Änderung in der Planung vor. So wird es auf Anregung des Landesbetriebs Straßen.NRW eine Linksabbiegerspur an der Hauptstraße (B 237) geben, die den Verkehr in das Gewerbegebiet führen soll. Ein sogenanntes Mischgebiet – mit Gewerbe- und Wohnbebauung – soll als Abgrenzung zum benachbarten Servatiusweg zudem deutlich größer ausfallen als ursprünglich vorgesehen. Der Lärmschutzwall, der dort errichtet werden soll, wird in den neuen Plänen zusammen mit einem Pflegeweg mit einer Breite von zwölf Metern aufgeführt.

Auch die Bauhöhen in dem angedachten Bereich wurden nach deutlicher Kritik der Bürger festgelegt. Gewerbebetriebe dürfen demnach auf Grundlage des vorhandenen Geländereliefs nur noch maximal zehn Meter über Normalhöhennull (NN) und Gebäude in den Mischbereichen maximal neun Meter über NN hoch sein.

Keine Ausfahrt über Feldhofer Wegs auf B 237

Auch einem denkmalgeschützten Gebäude an der Hauptstraße galt die Sorge einiger Rönsahler. Der Befürchtung, dass durch die Gewerbebetriebe die Hausnummer 10 ihre Funktion als ortsbildprägend Bauwerk verlieren könnte, wurde entgegengewirkt. An dem Haus soll ein Grünstreifen entstehen und es sollen zwei Bäume gepflanzt werden. Zudem soll ein Fußweg als Puffer angelegt werden.

Die Anwohner des Feldhofer Wegs befürchteten hingegen, dass der zu- und abfließende Verkehr der Gewerbebetriebe zur Hauptstraße direkt vor ihrer Haustür stattfindet. Deshalb sieht die neue Planung keine direkte Verbindung mehr von dort zur B 237 vor. Festgesetzt wurde zudem, dass es in dem Planungsgebiet keine Vergnügungsbetriebe geben wird. Zugelassen werden nur Gewerbe, die auch in allgemeinen Wohngebieten erlaubt sind.

Einzelhandelskonzept berücksichtigt

Auch im Bezug auf das Einzelhandelskonzept der Stadt Kierspe haben die Verantwortlichen in ihrer Planung einen Punkt festgelegt. Produkte, die in diesem Konzept aufgeführt sind, dürfen nur mit besonderen Aufnahmereglungen in dem Gewerbegebiet vertrieben werden. Bereits bestehende Firmen erhalten in Sachen Lärmemission Bestandsschutz. Die Ausschussmitglieder empfahlen abschließend eine erneute, einmonatige Offenlegung des Bebauungsplans. Die Bürger können sich also weiterhin beteiligen.

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