Viele Fragen zu möglichen neuen „Nachbarn“ in Rönsahl

+
Stadtplaner Rainer Schürmann (links) und Bürgermeister Frank Emde stellten sich in der Brennerei den Fragen der betroffenen Bürger.

Kierspe - Mit den Nachbarn ist das bekanntlich so eine Sache, in wenigen Fällen kann man sie sich aussuchen. Auch an der Hauptstraße, an der Meienborn Straße, am Feldhofer Weg und am Grenzweg in Rönsahl sehen sich die Menschen zukünftig mit neuen, möglicherweise unliebsamen „Anwohnern“ konfrontiert – so der Plan der Stadt.

Bereits Ende 2013 entschied der Rat der Stadt Kierspe, einen Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet im Bereich Hauptstraße/Meienborn aufzustellen. Das entsprechende Gebiet soll von einer sogenannten Misch- und Wohnbaufläche in eine gewerbliche und Mischbaufläche umgewandelt werden. Sollten die Pläne umgesetzt werden, dann entsteht auf der jetzt noch grünen Wiese ein 6,8 Hektar großes Gewerbegebiet für maximal 16 Betriebe. Mit dem Bau sollen heimische Unternehmen dort angesiedelt und in der Kommune gehalten werden, so das Ziel der Stadtverwaltung.

Unter anderem hatte der Rat beschlossen, die betroffenen Anwohner an dem Planungsprozess zu beteiligen. Deshalb fand am Donnerstagabend in der Historischen Brenner eine Bürgerversammlung statt, in der die Ziele und Zwecke des Vorhabens erläutert und den Rönsahlern die Möglichkeit gegeben wurde, sich zu der Sache zu äußern. „Die Anregungen und Bedenken der Bürger werden zusammengefasst und fließen in die Planung mit ein“, erklärte Bürgermeister Frank Emde. Er wies auch darauf hin, dass die bisherige Planung noch bis zum 25. Juli öffentlich ausliege, und dass es in dieser Zeit auch noch möglich sei, Anregungen per E-Mail oder auf anderem Wege der Stadtverwaltung zukommen zu lassen.

Von ihrem Recht, Nachfragen zu stellen und Kritik zu äußern, machten die Rönsahler an diesem Abend reichlich Gebrauch. So stellte sich bereits relativ früh die Frage, ob und wie man das Bauvorhaben generell verhindern könne. Hierzu gab Stadtplaner Rainer Schürmann zu verstehen, dass das Vorhaben erst im Vorverfahren stehe und jederzeit Einwende die Planung verändern können. „Es ist noch ein weiter Weg bis zu den endgültigen Plänen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen.“

Bei Gewerbegebieten steht Kierspe mit dem Rücken zur Wand

Unmut über die möglichen „Nachbarn“ war einigen der Teilnehmer anzumerken. Warum gerade an dieser Stelle in Rönsahl ein Gewerbegebiet entstehen soll, war eine Frage, die die Bürger beschäftigt. Hierzu erklärte Schürmann: „In Sachen Gewerbegebiete stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Es sind keine freien Flächen mehr in Kierspe da.“ Außer im interkommunalen Gewerbegebiet Grünewald in Meinerzhagen habe die Stadt keine Möglichkeiten mehr, Gewerbe anzusiedeln. So sei es von Seiten der Bezirksregierung Arnsberg untersagt, außerhalb des Siedlungsgebiets neue Flächen zu erschließen. Zudem habe man bereits für Gewerbebetriebe vorgesehene Flächen, etwa im Bereich Tannenbaum, am Tulpenplatz oder an den Bremicker Wiesen, aus dem Flächennutzungsplan herausnehmen müssen. Unter anderem seien dort Grundstücke nicht zu erwerben gewesen.

Der Bürgermeister fügte hinzu, dass es hierbei gelte, zwischen dem öffentlichen und dem privaten Interesse abzuwägen. Etwa unter dem Gesichtspunkt, dass dort neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Auf die Frage, ob es bereits Interessenten für das Gebiet gebe, antwortete Emde: „Bisher keine. Aber wir müssen Vorratspolitik betreiben, sonst sind mögliche Unternehmen schnell weg.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare