In Büchen und Isenburg den Ernstfall geprobt

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Zum Einsatzort geht es da lang: Die ortsfremden Fahrer wurden eingewiesen.

Kierspe - Plötzlich wurde es laut und hektisch im sonst so idyllischen Isenburg: Mehrere Feuerwehrwagen machten an verschiedenen Stellen Halt, Blaulicht zuckte, verzerrte Stimmen quäkten aus den Funkgeräten, ein gutes Dutzend Feuerwehrleute legte im Laufschritt Wasserschläuche aus.

Der Einsatz in Isenburg war Teil einer Übung: Auf einem Bauernhof in Büchen sollte ein Brand gelöscht werden, so das vorgegebene Szenario. Im einige hundert Meter entfernten Isenburg wurde dazu das Löschwasser aus einem Teich entnommen und mit Hilfe von Pumpen zum Brandort transportiert. 

Was am Samstagmorgen im Kiersper Außenbezirk stattfand, war Teil der Auftaktveranstaltung zu einem Pilotprojekt von „Feuerwehrensache NRW“, das vom Ministerium für Inneres und Kommunales und dem Verband der Feuerwehren initiiert und umgesetzt wurde. Denn Brandschutz ist eine staatliche Aufgabe, wird aber, vor allem im ländlichen Raum, hauptsächlich von Ehrenamtlichen wahrgenommen. Damit die Freiwilligen Feuerwehren auch in Zukunft ausreichend Nachwuchs haben, setzen die Verantwortlichen auf die Jugendfeuerwehren.

Am Freitagnachmittag schlugen deshalb 45 Mädchen und Jungen und rund 20 erwachsene Ausbilder und Begleiter ihre Zelte auf der Fußballgolfanlage am Felderhof auf. Bei der offiziellen Eröffnung am Abend sprachen Lisa Meyer vom Vorstand der Jugendfeuerwehren NRW und Kreisbrandmeister Dieter Grefe Grußworte. Bürgermeister Frank Emde war ebenfalls gekommen. Er freute sich, dass die Übung in Kierspe stattfand.

Die Jugendlichen setzten andere Prioritäten: Für sie stand die Herausforderung einer Übung in einer unbekannten Gegend im Vordergrund. Sinnvolles tun, neue Leute kennenlernen, Spaß haben – dieser Dreiklang bewährte sich offensichtlich auch diesmal.

Das Kennenlernen funktionierte ganz zwanglos, denn bei den Übungen wurden die Jugendlichen aus Wuppertal, Dortmund, Gladbeck und Alfter bunt durcheinander gewürfelt. Mitglieder der Jugendfeuerwehr Gladbeck kuppelten deshalb in Isenburg gemeinsam mit ihren Kollegen aus Alfter die Schläuche aneinander und schauten etwas betreten drein, als an einer Stelle das Wasser unkontrolliert in die Gegend spritzte – der Schlauch hatte ein Loch.

„Das passiert,“ meinte einer der Erwachsenen achselzuckend, „irgendwann sind die Schläuche auf“. Die werden zwar regelmäßig kontrolliert, trotzdem würden für solche Fälle im Ernstfall vorsorglich alle hundert Meter Reserveschläuche abgelegt um kurzfristig dem Wasser- und Druckverlust entgegenwirken zu können, erläuterte der Kiersper Stadtbrandmeister Georg Würth.

Weitere Übungen fanden am Samstag an der Pestalozzischule und auf dem Gelände der Firma Backhaus statt. Daneben kam für die Jugendlichen aber auch der Spaß nicht zu kurz. Zeit für ein kleines Fußballspiel oder eine Partie Volleyball blieb immer.

Die heimische Jugendfeuerwehr war übrigens nicht beteiligt – schließlich kennt sie Kierspe schon.

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