Motocycle Clubs bringen "Indian Summer" nach Rönsahl

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Viele Blick beim Europatreffen auf Gut Haarbecke galten der mit nostalgischen Speichenrädern und der altertümlichen, aber immer noch funktionierenden Technik ausgerüsteten „Indian Big Chief“ aus dem Baujahr 1929/30 von Bernd Maschen aus Berlin.

Kierspe - Ein „irrer Sound“ weckt die Aufmerksamkeit der Umstehenden, wenn der Motor einer der rund 150 zum überwiegenden Teil historischen Zweiräder der Marke „Indian“ angelassen wird. Das ist Musik in den Ohren der rund 500 Teilnehmer des Europatreffens der „Indian Motocycle Clubs" auf Gut Haarbecke.

Alle zwei Jahre findet das Treffen der Clubs, es mittlerweile in nahezu allen europäischen Ländern gibt, an verschiedenen Orten in unterschiedlichen Ländern statt. Diesmal fungierte der „Indian Motocycle Club Deutschland“ als Ausrichter des internationalen Meetings, das auf Gut Haarbecke stattfand.

Rein gar nichts vom einstmaligen Charme eingebüßt haben die Maschinen aus der inzwischen legendären amerikanischen Motorradschmiede Indian Motocycle, die in Springfield/Massachusetts ansässig war und dort in den Jahren 1901 bis 1953 ebenso sportlich elegante wie leistungsfähige Motorräder produzierte und als Markenführer auf dem amerikanischen Markt und weit darüber hinaus galt.

Non-Plus-Ultra unter den Zweirädern

Der prägnante Indianerkopf, Markenzeichen der Indian Motocycles.

Bis heute sind Motorräder der Marke für den eingefleischten Fan das Non-Plus-Ultra schlichtweg auf dem Zweiradsektor, und gerade die in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und bis zur damals erfolgten Firmenschließung gebauten Maschinen stehen hoch im Kurs. Dank liebevoller Pflege durch ihre jeweiligen Besitzer und auch aufgrund der Tatsache, dass Original-Ersatzteile bis heute erhältlich sind, sind die historischen Maschinen nahezu sämtlich im Top-Zustand und der ganze Stolz ihres Eigentümers. Zudem können viele der auf dem Gutshof vertretenen Indians ihre ganz eigene und oftmals abenteuerliche Geschichte erzählen.

Als einer der absoluten Hingucker galt die bereits aus dem Jahr 1929 stammende „Indian Big Chief“, das besondere Prunkstück des selbstständigen Goldschmieds Bernd Masche aus Berlin, der sich bereits vor zwanzig Jahren, Auslöser war damals eine 47er „Chief“, mit dem Indian-Bazillus infiziert hat. Vor rund fünf Jahren irgendwo „auf dem Abstellgleis“ und in denkbar schlechtem Zustand entdeckt, investierte der Bastler unzählige Arbeitsstunden in die originalgetreue Restaurierung seines „Schätzchens“ und lässt sich seitdem keine Gelegenheit zum Fachsimpeln entgehen.

Viele Kilometer über Landstraßen

Viel zu fachsimpeln gab es beim Indian-Europa-Treffen auf dem Gutshof.

Dem Ehrenkodex entsprechend, legte er große Teile der Strecke von Berlin bis Rönsahl „auf der eigenen Achse“ zurück, „tuckerte“ über Landstraßen mit täglich 200 bis 300 Kilometern dem Ziel entgegen, um dann mit Gleichgesinnten aus Estland, Finnland, Polen, Tschechien, Österreich, Holland, der Schweiz und vielen weiteren Ländern zu fachsimpeln.

Geradezu ins Schwärmen gerät auch Rafael Rienks, seines Zeichens Präsident des deutschen Indian-Fan-Clubs, wenn er von einer 2006 unternommenen Fahrt mit seiner „Indian Scout“ auf der 16 Tage und 6300 Kilometer langen Tour zum Nordkap erzählt. Ein so genanntes „ Pow-Wow“ am Lagerfeuer, angelehnt an traditionelle Indianertreffen, eine Ausfahrt nach Schloss Burg, ein abendliches gemeinsames Festbankett in der Feierhalle und eben jede Menge Gelegenheit zum Fachsimpeln ließen die Zeit bis zum Aufbruch wie im Flug vergehen.

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