Abriss der kleinen Sporthalle

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Durch ein großes Loch in der Außenwand können die Maschinen ein- und ausfahren. Die gegenüberliegende Vier-Feld-Halle ist deswegen derzeit gesperrt.

Kierspe  - Mit Muskelkraft und schwerem Gerät muss in der kleinen Sporthalle gearbeitet werden, bevor der eigentliche – für alle sichtbare – Abriss erfolgen kann. Darüber hinaus muss noch eine Fernwärmeleitung verlegt werden, die derzeit vom Hallenbad durch die Sporthalle zur Schanhollenschule reicht.

Lange vorbei die Zeiten, in denen einfach die Abrissbirne an einen Krank gehängt wurde, um mit dieser ein Gebäude dem Erdboden gleich zu machen. Bereits seit Jahren müssen alle Baustoffe sauber getrennt und – so weit wie möglich – recycelt werden. Das geht häufig nur in Handarbeit. So waren und sind auch in der kleinen Sporthalle derzeit Arbeiter in Vollschutzanzügen und mit Mundschutz dabei, Holz, Metall, Kunststoff und Mauerwerk sauber zu trennen. Wenn möglich, erhalten die Arbeiter dabei Unterstützung von einem großen Bagger, der mit seinem Greifer einzelne Bretter genauso fassen kann wie ganze Teile der Wandverkleidung.

Doch bevor die Bau- beziehungsweise Abbruchmaschine in die Halle fahren konnte, musste eine Seitenwand der Halle „geöffnet“ werden. Durch diese überdimensionale Einfahrt kann ein- und ausgefahren werden. Da die Öffnung sich in Richtung der Vier-Feld-Halle befindet, muss die neue Halle für die Zeit der Abbrucharbeiten gesperrt werden.

Gestern stand ein sogenannter Steiger in der Halle, damit das Deckenholz abmontiert werden konnte und auch die Dämmung ihren Weg in große Säcke fand.

Notwendig geworden war der Abriss, weil die Halle in einem Zustand war, in dem sie nicht nur nicht nutzbar, sondern die Nutzung durchaus gefährlich für Schüler und Sportler war.

Im Inneren der Halle löste sich der Boden auf, in den Vorrichtungen für die Gerätehülsen stand Wasser, die Wände waren durchfeuchtet und im Gerätelager blühte der Schimmel. Dazu gab es noch einen großen Riss in einer Giebelwand und eindrigendes Wasser, das sich im untersten Stockwerk sammelte. Dadurch, dass die Vier-Feld-Halle ein Spielfeld mehr bietet, war der Bedarf, nach Angaben der Stadtverwaltung, nicht mehr gegeben. Das sahen dann Fachausschüsse und Rat im Sommer des vergangenen Jahres genauso und machten den Weg zum Abriss frei.

„Wenn es eben möglich ist, dann soll der Abriss der Gebäudehülle noch in den Ferien erfolgen, um den Schulbetrieb nicht zu stören“, sagt Stadtplaner Rainer Schürmann.

Doch bevor diese Arbeiten beginnen können, muss die Fernwärmeleitung, die die Schanhollenschule versorgt und die derzeit noch durch den Keller der kleinen Halle verläuft, verlegt werden.

Ende der vergangenen Woche hat ein Baggerfahrer begonnen, einen Graben neben der Halle aufzuwerfen, in dem die neue Leitung dann ihren Platz findet.

Ganz billig wird das ganze Vorhaben nicht. Allein die Verlegung der neuen Fernwärmeleitung schlägt mit rund 20 000 Euro zu Buche. Der Hallenabriss soll nach jetziger Planung rund 90 000 Euro kosten und für die planerischen Arbeiten wurden 10 000 Euro veranschlagt. Wie teuer die Gestaltung des Geländes wird, kann Schürmann noch nicht sagen, da die Planungen dafür noch nicht abgeschlossen sind.

An den Finanzen liegt es auch, dass das Gelände nicht bis zum Beginn des Stadtfestes im September hergerichtet werden kann. Denn bevor man mit den Arbeiten beginnen konnte, mussten Förderanträge gestellt werden.

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