Bahnstrecke durchs Volmetal

Übergänge: Stadt und Bahn streiten sich über Kosten

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Noch wird der Bahnübergang am Haus Rhade durch Andreaskreuz und Blinklicht gesichert. In Zukunft soll der Überweg ausgebaut und stärker abgesichert werden.

Kierspe - Die Bahn kommt – nach jetziger Planung im Dezember 2017. Bis dahin müssen jedoch noch einige Bahnübergänge ausgebaut und gesichert werden, damit der Zug auf der Strecke mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Kilometern pro Stunde unterwegs sein kann, ohne Kraftfahrer, Radfahrer und Fußgänger zu gefährden.

Im Ausschuss für Umwelt und Bauen, der am Dienstag tagte, sprachen sich die Mitglieder dafür aus, dass die Stadtverwaltung mit der Bahn Vereinbarungen zur Sicherung der betroffenen Bahnübergänge nach dem Eisenbahnkreuzunggesetz (EBKrG) trifft. Wobei noch nicht abschließend geklärt ist, für welche Bahnübergänge die Stadt Kierspe zuständig ist.

Diese Frage ist nicht unerheblich, da der sogenannte Straßenbaulastträger ein Drittel der Kosten übernehmen muss. Ein weiteres Drittel zahlt die Deutsche Bahn und das verbleibende Drittel der Bund. Nach Ansicht der Stadtverwaltung ist die Stadt Kierspe bei fünf Übergängen Straßenbaulastträger. Dabei handelt es sich um die Übergänge Haus Rhade, Herlinghauser Weg, Sankel, Volme-Freizeitpark und Windfuhr. Bei den Übergängen Eiskeller und Vorth ist die Verwaltung der Meinung, dass es sich um Übergänge im Privatbesitz handelt und deshalb die Bahn die gesamten Kosten tragen müsse.

Die Ausschussmitglieder erfuhren am Dienstag, dass sich dieser Sachverhalt derzeit noch in der Prüfung befinde. Für die städtischen Anteile an den Umbaukosten wurde von der Verwaltung bereits ein Förderantrag gestellt, wobei die Förderquote 70 Prozent beträgt. Der Ausbau und die Sicherung der Bahnübergänge ist auf jeden Fall nicht ganz preiswert, wobei sich die Kosten je nach Bahnübergang stark unterscheiden. So belaufen sich die Gesamtkosten bei Haus Rhade auf 562 773 Euro, wovon Kierspe nach Abzug der Förderung einen Eigenanteil von 56 277 Euro aufbringen müsste. Der Übergang Windfuhr, bei dem es sich um einen reinen Fußgängerübergang handelt, würde dagegen „lediglich“ 36 250 Euro kosten, von dem die Stadt nach Abzug der Förderung 7159 Euro als Eigenanteil zahlen müsste.

Insgesamt wird die Stadt mit rund 197 000 Euro zur Kasse gebeten, wenn es bei den fünf Übergängen bleibt. Kommen Eiskeller und Vorth hinzu, erhöht sich der Eigenanteil der Stadt deutlich auf etwa 301 000 Euro. Dann wäre Eiskeller auch der teuerste der genannten Übergänge. Für dessen Ausbau und Sicherung müssen insgesamt etwa 712 000 Euro aufgebracht werden.

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