Ausstellung zum Schützenwesen im Linde-Museum gut besucht

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Freuten sich über die gelungene Ausstellung im Fritz-Linde-Museum: Die Mitglieder des Hofstaats um Schützenkönig Uwe Fuchs.

Kierspe - Der Kiersper Schützenverein (KSV) zählt zu den ältesten seiner Art im heimischen Raum – obgleich er offiziell „erst“ am 5. August 1899 gegründet wurde. Seit Langem gab es jedoch bereits den Landwehrverein, aus dem der KSV hervorging.

So jedenfalls sagt es die anlässlich des 30-jährigen Bestehens des KSV entstandene Festzeitschrift aus. Diese zählt zu den vielen Exponaten, die es am Samstag und Sonntag im Fritz-Linde-Museum am Höferhof zu sehen gab. Dort fand an beiden Tagen eine gemeinsam von Heimatverein und KSV organisierte und gut besuchte Ausstellung zum Schützenwesen statt.

Die Wurzeln des heute an die 700 Mitglieder zählenden und gut strukturierten Traditionsvereins reichen demnach bereits in die Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts zurück, als die Bauern der ortsnahen Gehöfte sich zu einer Schützengilde zusammengeschlossen hatten. Zweck war es, sich vor „angreifenden Horden“, so wie sie namentlich auch zur Zeit des 30-jährigen Krieges in der heimischen Gegend ihr Unwesen trieben, zu schützen. In Kierspe gab es damals sieben Wachstellen, die mit Schützen besetzt waren, unter anderem in der Dorfbauernschaft, in Höhlen, Hohenholten, Schmidthausen und Rhade. Nachweislich bestand das organisierte Schützenwesen schon 1819.

Das Gründungsprotokoll des KSV von 1899 berichtet davon, dass Otto Kappel und Johanna Wirth das erste Königspaar in Kierspe waren. Der junge Verein wählte den Kaufmann Julius Gardeweg zum 1. Vorsitzenden, Friedrich Dörscheln zum Stellvertreter, Fritz Stüwe zum Schriftführer und den Gutsbesitzer Franz-August Vollmann zum Kassierer.

Besonders in Ehren hält der Verein neben zahlreichen Erinnerungsstücken aus langen Jahren die inzwischen über 100 Jahre alte Königskette. Diese wurde damals anlässlich des ersten Schützenfestes angeschafft und über die Jahrzehnte immer wieder ergänzt, bis sie zu schwer zum Tragen und vor einiger Zeit durch eine neue Kette ersetzt wurde.

Auch die in den 1950er-Jahren und damals von Friedrich Richard Plate gestaltete Traditionsfahne, die seitdem bei allen offiziellen Anlässen mitgeführt wird, gehörte – wie zahlreiche historische Bilder, Zeitungsausschnitte, Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der Schützen – zu den Exponaten, die die Besucher am Wochenende im Fritz-Linde-Museum bestaunen konnten.

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