Beton gewordenes S steht seit zehn Jahren im Garten

Mit einem Kran und unter den Augen des Designers Günter Wermekes wurde die Skulptur in den Garten des Hauses Isenburg gebracht. Ohne Fundament wiegt das Betonkunstwerk 1200 Kilogramm.

Kierspe - Die Skulptur im Garten des Hauses Isenburg wurde schon mal für eine aufgeschnittene Litfaßsäule gehalten. Tatsächlich symbolisiert sie ein überdimensionales S und damit eine Liebeserklärung an das Sauerland. In diesem Jahr ist es zehn Jahre her, dass die Skulptur dort ihren Platz fand.

Das soll mit einer kleinen Ausstellung gefeiert werden. Angefangen hat alles mit einem Auftrag für eine Trophäe. Der Kiersper Designer Günter Wermekes wurde vor mittlerweile mehr als 13 Jahren gebeten, dem Innovationspreis „Sauerland Initiativ“ eine Form zu geben. Diese fand sich dann in Form einer Edelstahl-Trophäe, bei der zwei Halbschalen auseinandergerückt und neu verbunden ein S bildeten. Über Jahre nahmen die Preisträger diese Trophäe gerne entgegen und stellten sie voller Stolz aus. Mittlerweile hat der Designer einen neuen Preis gestaltet, der bereits seit 2011 verliehen wird.

„Als ich das S damals als Trophäe entworfen hatte, kam mir die Idee, diese Form als große Skulptur fertigen zu lassen – ein Traum, den ich schon lange hatte und der nun verwirklicht werden konnte“, erinnert sich Wermekes.

Doch dem Designer war klar, dass sich dieses Projekt nur mit Fachleuten aus der Baubranche umsetzen lassen wird. So übernahm der Architekt Rüdiger Voswinkel die Koordination, als Bauunternehmer wurde Thomas Fischer tätig, gefüllt wurde die Gussform der Schreinerei Schmale in der Halle der Firma Schmidt und Pauls. Herausgekommen sind dabei vier Halbschalen, von denen zwei zu dem S zusammengefügt wurden, das heute seinen Platz im Garten des Hauses Isenburg gefunden hat. Die beiden anderen Halbschalen bilden heute ein S vor einem Privathaus in Attendorn.

Besonderer Akzent im Garten des Hauses Isenburg

Wermekes: „Als ich die Betonteile gießen ließ, hatte ich noch keinen Ort, an dem ich diese aufstellen lassen konnte. Die Gelegenheit ergab sich erst drei Jahre später.“ Durch Zufall war er mit Dagmar Schröder ins Gespräch gekommen, die zu dieser Zeit eine Galerie im Haus Isenburg führte und der Meinung war, dass die Skulptur dazu gut passen und in dem großzügigen Garten auch einen besonderen Akzent setzen würde.

Doch bevor das Beton-S als Leihgabe seinen Ort in dem Garten fand, musste erst einmal ein gewisser logistischer Aufwand betrieben werden. Wiegen doch alleine die Beton-Teile rund 1200 Kilogramm und sind 2,5 Meter hoch. Nach der Herstellung eines tragfähigen Fundamentes am Zielort ging es mit dem Lkw Richtung Isenburg. Vor Ort und unter den kritischen Blicken des Designers sorgte dann ein Kranführer mit seinem Arbeitsgerät für die richtige Positionierung des Kunstwerkes.

Fotos des Sauerländer Fotografen Roland Döbber

Nun soll der zehnte Jahrestag der Aufstellung mit einer kleinen Ausstellung im Haus Isenburg gefeiert werden. Neben der Skulptur, die besichtigt werden kann, gibt es auch Bilder von Roland Döbber zu sehen. Der Fotograf lebt seit 2009 im Sauerland. Er hat das Kunstwerk im Wechsel der Jahrezeiten immer wieder zu seinem Motiv gemacht und zeigt diese Bilder am Samstag, 18. Juni, von 11 bis 17 Uhr im Haus Isenburg. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Neben der Fotoausstellung wird eine Dokumentation über die Entstehung der Skulptur gezeigt. Natürlich steht aber auch der Künstler zum persönlichen Gespräch bereit.

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