Nüchterne Finanzwirtschaft und bunte Tischzauberei

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Im Alltag in der Bank, am Wochenende auf der Bühne: Der gebürtige Oberbrügger Arnd Clever lebt sowohl in den Weiten der Finanzwirtschaft, als auch in der Welt der Zauberei. Unser Foto zeigt ihn bei einem Auftritt im Artis in Schalksmühle.

Kierspe - Die Nüchternheit einer Sparkasse und das bunte Leben eines Zauberers: Was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, schließt sich für Arnd Clever nicht aus.

Unter der Woche ist er in den unendlichen Weiten der Finanzenwirtschaft unterwegs. Am Wochenende taucht er ein in die aufregende Welt der Zauberei.

Von außen betrachtet, erscheint die Zauberei wesentlich aufregender als der Alltag in einer Bank. Für den gebürtigen Oberbrügger Arnd Clever ist das nicht der Fall. Für ihn ist seine Arbeit in der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen „hoch spannend“. Als Mitarbeiter der Marketingabteilung ist er verantwortlich für die Bereiche Werbung, Kommunikation und Pressearbeit. „Das ist schon eine sehr bunte Welt. Es gibt immer wieder aufregende Finanzzeiten“, erklärt der 43-Jährige, der seit vielen Jahren in Lüdenscheid-Ostendorf lebt.

Eine 40-Stunden-Woche und Termine am Wochenende gehören für Arnd Clever, Marketing-Mitarbeiter der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, zum Berufsalltag.

So wirke sich etwa die derzeitige Niedrigzins-Phase merklich auf seine alltägliche Arbeit aus. „Darüber jubeln wir in den Bankhäusern nicht gerade. Die Margen bei Kreditgeschäften werden kleiner. Einschnitte in vielen Bereichen sind die Folge. Wir bemühen uns, als ortsansässige Bank bestehen zu können“, sagt der gelernte Bank-Kaufmann, der seit 1992 für das Geldinstitut arbeitet.

Notwendige Veränderungen im Serviceangebot der Sparkasse, etwa im Filialnetz, aber auch im Bereich der neuen Medien – all diese Dinge muss der Marketing-Profi den Kunden verständlich machen. „Unser Motto ist dabei: Wir müssen uns ändern, damit wir bleiben können, wie wir sind. Der Spagat zwischen kostendeckendem Arbeiten und engem Draht zum Kunden ist nicht immer leicht zu vermitteln.“

Als kleines Kind mit Zauberkasten gespielt

Wochenendtermine und eine Arbeitswoche mit mehr als 40 Stunden gehören für Clever zum Job. Wenn er mal nicht für die Sparkasse im Einsatz ist, dann findet er die Zeit, einem ungewöhnlichen Hobby nachzugehen – der Zauberkunst. Wie er zu dieser Beschäftigung gekommen ist, das weiß er nicht.

„Ich habe schon als kleines Kind mit einem Zauberkasten gespielt.“ Seine Leidenschaft fürs Zaubern habe er aber erst über Umwege entwickelt. „Als Teenager habe ich Musik auf Veranstaltungen gemacht. Da es jedoch Gesellschaften gibt, die einfach sitzen bleiben, auch wenn man Tanzmusik spielt, musste ich mir etwas überlegen, um die Menschen zu unterhalten.“ Bei einem Besuch einer Show von David Copperfield seien bei ihm dann die Erinnerungen an seine alten Zauberutensilien lebendig geworden.

Mitglied im Magischen Zirkel Lüdenscheid

Über einen Bekannten kam er damals in Kontakt mit dem Magischen Zirkel in Lüdenscheid Nach einer Aufnahmeprüfung dort trat er ein in die bunte Welt der Zauberei. Das ist jetzt mehr als 20 Jahre her. Seitdem tritt Clever regelmäßig auf Firmen-, Familien- oder Vereinsfeiern im Umkreis auf. Doch auch Auftritte in Gronau, Halberstadt und Hannover hat er schon bestritten.

„Es macht einfach Spaß vor vielen Menschen auf der Bühne zu stehen. Jeder hat seine Passion. Ich habe immer Lampenfieber. Das ist für mich etwas positives. Diesen Kick brauche ich einfach. Erst kommt die Anspannung, dann gehe ich raus, um die Leute zu überzeugen.“

Echtheit statt Las-Vegas-Glitzerwelt

Die Zeiten der Zylinder, der Kaninchen und des Glitzers sind vorbei. „Die Las-Vegas-Welt stirbt aus“, sagt Clever. Heute sei es wichtig, für das Publikum echt und greifbar zu sein. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Tischzauberei die Leute noch ganz anders mitnimmt, als wenn man zehn Meter von ihnen entfernt steht.“ Deshalb habe er auch keinen Künstlernamen. „Arnd Clever hat sich als Marke einfach bewährt.“

Authentizität ist auch in Clevers Beruf von Bedeutung. „Als Zauberer darf ich schlagfertig sein. Im Job muss ich mehr aufpassen, was ich sage. Dort muss man das Talent haben, komplizierte Sachverhalte einfach und ohne Tricks zu vermitteln.“

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