Schmerzhafte Begegnung mit aggressiven Wespen am Wienhagen

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Im Bereich Wienhagen hatten zwei Hundehalterinnen eine unliebsame, für ihre Tiere auch schmerzhafte Begegnung mit einem Wespenschwarm. Die Hunde wurden mehrfach gestochen.

Kierspe - Stiche im Ohr, am Augenlid und an den Geschlechtsteilen: Eine Gassi-Runde am Wienhagen hatte für die Hunde von Christine Furmanek und einer Bekannten schmerzhafte Folgen.

Die Tiere und ihre Besitzerinnen wurden dort plötzlich von Wespen attackiert. Die Wege rund um den Aussichtsturm gelten bei Hundebesitzern als beliebtes Ziel, wenn ihre Vierbeiner „mal müssen“. „In den Jahren zuvor habe ich nichts ähnliches dort bemerkt“, erklärt die Kiersperin Christine Furmanek, die im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung von der unliebsamen Begegnung mit den Insekten berichtete. „Die Wespen sind sofort auf uns und unsere Tiere losgegangen. Weder die Hunde noch wir haben das Nest berührt.“ Auch ein neugieriges Schnüffeln an dem kreisrunden Erdbau der Insekten, der sich in der Nähe des Wegs befindet, hätten die Vierbeiner unterlassen.

Beim Toben auf einer Wiese kam es zu dem Angriff, schildert die Hundehalterin. Die Wespen seien sofort auf die Tiere zugeflogen und wären in das Fell gekrabbelt. Dabei erlitten die Hunde zahlreiche schmerzhafte Stiche. Den „Frauchen“ war indes nichts passiert – als Mensch könne man sich ja anders zur Wehr setzen.

Am Wegrand hat die Kiersperin Christine Furmanek dieses Erdnest entdeckt.

Ihre Erlebnisse hatte Christine Furmanek auch im sozialen Netzwerk Facebook mit anderen geteilt. „Ich möchte andere Hundebesitzer, aber auch Wanderer und Familien mit Kindern warnen.“ Nicht nur am Wienhagener Turm, auch am Fritz-Linde-Stein habe sie in den vergangenen Tagen ein solches Nest in der Erde entdeckt. „Ich möchte nicht, dass die Nester zugeschüttet oder dass die Wespen getötet werden. Aber ich sehe dabei schon eine Gefahr. Wenn dort jemand, der allergisch auf Insektenstiche reagiert, gestochen wird, dann kann es dort dauern bis Hilfe kommt“, sagt die Kiersper. Sie schlägt vor, Warnhinweise am Wegrand aufzustellen, die über die Nester und die möglichen Gefahren durch die Insekten informieren.

„Als Stadtverwaltung können und wollen wir nicht irgendwo Schilder aufstellen“, erklärt Oliver Knuf, Sachgebietsleiter Ordnung der Stadt. Im Wald sei es erstens schwierig, da man sich oft auf privatem Grund und Boden bewege und die Stadt da keine Handlungsmöglichkeiten habe. Zweitens müsse man damit rechnen, dass man in der freien Wildbahn auf Tiere, etwa Füchse, Rehe, aber auch auf Bienen und Wespen, treffe, so der städtische Mitarbeiter weiter, dem bis zum jetzigen Zeitpunkt keine anderen derartigen Vorfälle geschildert wurden. „Aus dem Leben in der Natur sollte man sich heraushalten“, sagt Oliver Knuf. „Der Wald stellt den natürlichen Lebensraum für Wespen dar. Eine Entfernung des Nestes kommt somit grundsätzlich nicht in Frage.“

In städtischen Gebäuden wird sofort gehandelt

Sobald schädliche Insekten an oder in städtischen Gebäuden, zum Beispiel in Schulen oder Kindertagesstätten, auftauchen, sieht die Sache anders aus. „Dann ist die Stadt Kierspe in der Pflicht und lässt diese durch einen Schädlingsbekämpfer sachgerecht entfernen. Bei Privatgrundstücken ist immer der Eigentümer zuständig. Die Stadtverwaltung weist in diesen Fällen lediglich auf die Möglichkeit, einen Fachmann hinzu zuziehen, hin. Sollte es sich um Bienen handelt, geben wir einen Hinweis auf den heimischen Imkerverein“, erklärt der Sachgebietsleiter die übliche Vorgehensweise.

Dass Christine Furmanek, ihre Bekannte und die Hunde von Wespen angegriffen wurden, verwundert Christiane Klever von der Firma ACE Zydek Schädlingsbekämpfung in Nachrodt-Wiblingwerde nicht. „Die Wespensaison ist eigentlich lange vorbei. Durch die hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen ist der Naturprozess aber gestört und die Tiere verhalten sich völlig irrational.“

Erst konstanter Frost stoppt aggressive Insekten

Die Expertin erklärt, dass die Insekten teilweise jetzt noch angefangen haben, eine Brut aufzubauen. Zur Sicherung ihres Volkes opfern sie sich auf. „Die Wespen greifen gnadenlos an. Dabei machen sie keine Unterschiede zwischen Mensch und Tier.“ Und diese Aggressivität steigere sich weiter, je länger es warm bleibt. Erst konstanter Frost würde zum Sterben der Völker führen.

Spaziergängern und Wanderern rät sie, wenn diese ein Wespennest entdecken, dieses weiträumig zu umgehen. „Es gibt keinen wirklichen Schutz bei Angriffen. Wird man mehrfach gestochen, dann sollte man die Ruhe bewahren und sofort einen Notruf tätigen. Hysterie macht die Wespen nur noch wilder.“

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