Gitarrenausstellung im Alten Amtshaus

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Einen Einblick in die Gitarrenbaukunst gewährt Andreas Koch mit der gleichnamigen Ausstellung, die Ende des Monats im Alten Amtshaus gezeigt wird.

Kierspe - Excellentes Gitarrenspiel ist man von Andreas Koch gewöhnt, dass er sich mit der Musik und seinen Instrumenten auskennt, ebenso. Doch auch die Geschichte des Instruments ist dem Kiersper Musiker nicht fremd. Das zeigt sich auch bei der Ausstellung „Gitarrenbaukunst“, die Koch für Sonntag, 28. August, im Alten Amtshaus plant.

„Es ist der zu Herzen gehende Ton, der die Menschen anspricht und sicher auch der Grund dafür ist, dass so viele Menschen dieses Instrument spielen möchten“, davon ist Andreas Koch überzeugt. Doch dem Klang der Gitarre liegen Jahrhunderte Entwicklung und Können in der Gitarrenbaukunst zu Grunde. Diese zu dokumentieren ist ein Anliegen von Koch, der eine Ausstellung konzipierte, die den Freunden des Instruments diese Entwicklung vor Augen führen möchte. Natürlich verzichtet der Kiersper Musiker dabei nicht darauf, den Besuchern der Ausstellung den Klang der Instrumente auch zu Gehör zu bringen. Gemeinsam mit Martin Wanat bildet er dazu das Duo Concertino, das sowohl am Anfang als auch zum Ende der Ausstellung auftritt und zu jeder vollen Stunde ein kleines Stück spielt.

Es sei die Laute gewesen, die in der Renaissance als Königin der Instrumente wahrgenommen worden sei, lange bevor die Orgel diesen Titel für sich beansprucht habe, erklärt Koch. Und das älteste gezeigte Instrument stammt auch aus der Zeit des 15. Jahrhunderts – allerdings handelt es sich bei dem Ausstellungsstück nicht um ein Original, sondern um einen Nachbau, der Optik und Klang der Vorlage wiedergibt. Überhaupt sind einige der Instrumente Nachbauten, was jedoch nicht ihre Funktion oder Aussagekraft schmälert, noch dazu, da diese Kopien von Gitarrenbaumeistern, die in Deutschland als Zupfinstrumentenmachermeister firmieren, gefertigt wurden. Das älteste Originalinstrument stammt von 1845. Alle Instrumente ab dem frühen 20. Jahrhundert sind Originale.

Die Gitarrenbaukunst war immer ein Handwerk, das von Meistern seines Fachs beherrscht und ausgeführt wurde. Erst in den vergangenen Jahrzehnten setzte sich für den Bau von Schülergitarren die Massenfertigung durch. In Asien aber auch in Deutschland laufen die preiswerten Exemplare vom Band. „Doch bereits die etwas teurere Schülergitarre enthält Komponenten, die in Handarbeit gefertigt werden“, erklärt Koch. Versteht sich, dass alle seine 33 gezeigten Instrumente Meistergitarren sind, die auch von Meistern ihre Faches gefertigt wurden.

Zu jedem Instrument gibt es eine umfassende Erklärung – und wer möchte, kann alle Informationen auch in einem Büchlein von Andreas Koch nachlesen. Aber natürlich steht Koch, genau wie Gitarrenbaumeister aus den Nidenlanden, Bottrop und Langenfeld, zum Gespräch bereit. Im Bakelitmuseum des Alten Amtshauses nutzt Koch die verschiedenen Räume, um die Instrumente – nach Epochen aufgeteilt – zu präsentieren.

Insgesamt hat Koch rund vier Monate gebraucht, um die Ausstellung vorzubereiten, darin inbegriffen auch die Zeit, die er benötigte, die Sammler von historischen Gitarren zu überzeugen, ihre Instrumente für den Ausstellungstag zur Verfügung zu stellen, wobei sich einige der Instrumente auch im Besitz von Koch befinden und von diesem regelmäßig gespielt werden – darunter auch eine dreizehnsaitige Altgitarre.

Der Besuch der Ausstellung ist am Sonntag, 28. August, von 11 bis 17 Uhr möglich. Der Eintritt ist frei. Die Besucher haben die Möglichkeit, vor Ort Getränke zu bekommen, außerdem wird Kaffee und Kuchen angeboten.

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