Bedrohung und Drogenfahrt: Kiersper doppelt verurteilt

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Ein 30-jähriger Kierspe muss sich gleich in zwei Verfahren vor dem Amtsrichter verantworten.

Kierspe - Wer mit mehr als 25 Mikrogramm Drogen im Blut Auto fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Auf ganze 539 Mikrogramm brachte es ein 30-jähriger Kiersper, als er in am 28. November 2015 auf der Friedrich-Ebert-Straße in eine Verkehrskontrolle geriet. Doch damit nicht genug.

Die Polizisten stellten vier Ecstasy-Pillen und 0,5 Gramm Amphetamin beim Fahrer sicher. Dafür musste sich der Mann am Dienstag vor dem Amtsgericht Meinerzhagen verantworten. Laut Vorwurf wollte er mit den Pillen Handel treiben. Das sei falsch, erklärte der Angeklagte. Er habe den Stoff nur für einen Kumpel mitgebracht. Eine Pille hätte 5 Euro gekostet, mehr habe er auch nicht vom Freund verlangen wollen. Das Amphetamin habe er selbst konsumiert.

Der Richter nutzte den Verhandlungstag, um gleich noch ein zweites Verfahren gegen den Mann zu verhandeln. Der Kiersper soll am 8. Februar gegen die Tür seiner Nachbarin getreten, sie als „Schlampe“ und „Hure“ betitelt und ihr gedroht haben, sie umzubringen. Er sei wütend gewesen, weil er sein vermisstes Fahrrad im Keller der Frau entdeckt habe. „Ich habe rumgeschrien. Was, weiß ich nicht mehr“, sagte er.

Die Nachbarin erklärte hingegen, dass der Angeklagte seine Rechnung nicht bezahlt hatte und ihm deshalb der Strom abgestellt worden sei. Daraufhin habe sich er am Allgemeinstrom im Keller bedient. Die Nachbarin habe das dem Vermieter mitgeteilt, der die Polizei gerufen hatte. Darüber sei der Angeklagte sehr sauer gewesen.

Drogenhandel kann dem Kiersper nicht nachgewiesen werden

"Man darf sich aufregen, aber nur in gewissen Grenzen und die haben sie überschritten“, führte der Richter dem Angeklagten in der Urteilsbegründung vor Augen. Zuvor hatte er den Kiersper wegen Erwerbs von Betäubungsmittel – das Handeltreiben konnte nicht bewiesen werden – Beleidigung und Bedrohung zu 750 Euro Geldstrafe verurteilt.

Bezüglich der Fahrt unter dem Einfluss von Drogen kamen weitere 1000 Euro Bußgeld sowie drei Monate Fahrverbot oben drauf. „Kann ich das als Sozialstunden abarbeiten“, wollte der sichtlich genervte Angeklagte wissen. Dies müsse der Staatsanwalt klären, sagte der Richter.

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