Veith Schmidt löst Ulli Rotschy als Schiedsmann ab

+
Schiedsleute unter sich: Ulli Rotschy gibt ihr Amt aus Altersgründen auf. Veith Schmidt ist jetzt zuständig für den Schiedsbzirk Halver. Und Burckhard Plagge bleibt Ansprechpartner für die Bürger in Oberbrügge-Ehringhausen.

Halver - 40 Euro kostet die Schlichtung am Küchentisch. Zahlbar im Voraus. Dafür gibt’s meist eine Einigung statt eines teuren zivilrechtlichen Verfahrens. Geld verdienen die Schiedsleute in Halver damit nicht. Aber sie schaffen sozialen Frieden.

Im größeren Halveraner Bezirk, in der Stadt selbst, ist gestern im kleinen Rahmen ein Wechsel vollzogen worden. Ulli Rotschy, acht Jahre lang zuständig für die kleinen und größeren Sorgen meist unter Nachbarn, wollte aus Altersgründen das Ehrenamt aufgeben. Sie legt es in jüngere Hände.

Veith Schmidt, von Hause aus Jurist und seit Jahren ansässig in Halver, hat sich bereit erklärt, es für zunächst eine Wahlperiode zu übernehmen. Fünf Jahre lang wird er damit helfen, die Zivilgerichte zu entlasten, aber auch nach dauerhaften Lösungen zu suchen. Die klassische juristische Auseinandersetzung, sagt der 44-Jährige, kenne „nur Gewinner oder Verlierer“. Der Schiedsspruch dagegen erfolge im Einvernehmen und habe viel eher Bestand.

Das ist auch Rotschys Erfahrung. Einer der letzten ihrer 37 Fälle aus der Vergangenheit „war aussichtlos“, wie sie sofort feststellen musste. „Ich hab’ das dann einfach unterbrochen, die Kontrahenten vor die Tür geschickt.“ Nach 20 Minuten Nachdenkpause hätten die Beteiligten ihr Problem untereinander selbst gelöst. „Das ist ganz wichtig.“

Manchmal musste die Schiedsfrau aber auch energisch werden. „Sie bleiben jetzt sitzen“, habe sie mal einen Streithansel angeherrscht. Mit Erfolg. „Der wollte doch abhauen“, erinnert sich die zierliche und energische Schiedsfrau an diesen Fall.

In der Regel geht es um Nachbarschaftsfehden. Die Betreffenden wenden sich aus eigenen Stücken an den Schiedsmann oder die Schiedsfrau im Bezirk. Manchmal verweist sie auch das Ordnungsamt an diese Stelle.

Bei Larissa Arnold laufen organisatorisch die Fäden im Rathaus zusammen. Sie organisiert auch die Fortbildungen für diese kommunale Rechtsprechung, die näher am Bürger ist als das Amtsgericht.

Allen Beteiligten galt gestern daher der Dank von Bürgermeister Michael Brosch, auch in Richtung von Burckhard Flagge, der im kleineren Bezirk Oberbrügge-Ehringhausen seit 18 Jahren als Schiedsmann tätig ist.

Dort sind es weniger Fälle – aber ähnliche Anlässe: „Bei Wegerechten und Abständen, da achtet man auf dem Land auf jeden Meter.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare